Matthäus 28, 1-15 – Furchtbar schön

Wie ist das, wenn plötzlich ein Toter vor dir steht? Ganz schön gruselig! Ganz schön furchteinflössend! Ja klar: Der Jesus, der den Frauen am Grab erscheint ist nicht tot, sondern es ist der Auferstandene. Ja klar: Die Menschen damals hatten noch kein so aufgeklärtes und kritisches Weltbild wie wir heute. Und trotzdem: Für die Frauen war Jesus tot. Seit drei Tagen im Grab. Und sie rechneten vielleicht eher mit dem Übernatürlichen als wir, aber dass ein Toter von selbst aus dem Grab heraus kommt und plötzlich vor einem steht, war ganz sicher auch damals nicht alltäglich.

Kein Wunder, dass sie sich gefürchtet haben. Das ältere Markus Evangelium berichtet nur von der Furcht. Er schreibt von Zittern und Entsetzen (Mk.16,8). Die Frauen waren echt geschockt! Die haben gedacht sie sind im falschen Film! Denen ist der Schreck ihres Lebens in die Glieder gefahren! Bei Matthäus klingt das ganze dann schon weniger furchteinflössend. Sowohl ein Engel, als auch Jesus beruhigen die Frauen: „Fürchtet euch nicht!“ und Matthäus schreibt nur von Furcht und Freude, nachdem sie dem Engel begegnet sind.

Jesus zu begegnen kann furchteinflössend sein. Denn da passiert was, was eigentlich nicht passieren kann. Etwas, das alles Verstehen übersteigt. Etwas, mit dem wir eigentlich nicht rechnen. Wenn wir Jesus begegnen, dann bricht unsere bisherige Welt zusammen. Das ist wie bei einem guten Gruselfilm: Am gruseligsten und erschreckendsten sind gerade die Dinge, mit denen man nicht rechnet.

Ich denke, das ist bis heute so. Mir macht dieser Auferstandene auch heute noch manchmal Angst. Weil ich denke: Das ist doch alles verrückt, das kann doch nicht sein, das ist zu schön, um wahr zu sein. Kann es wirklich sein, dass dieser Jesus lebt? Kann es wirklich sein, dass es diesen Gott der Bibel gibt? Und immer wieder lasse ich mich ängstlich fallen und erlebe, wie da eine Hand da ist die mich trägt. Eine Stimme, die sagt: „Fürchte dich nicht!“ Christsein ist furchtbar schön!

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