Matthäus 27, 62-66 – Streit ums leere Grab

Viele historisch-kritische Bibelausleger sehen in diesem Text eine Übertreibung oder sogar Erfindung der ersten Christen. Die Hohepriester wollen von Pilatus, dass er das Grab Jesu von Soldaten bewachen lässt – das klingt anscheinend auf den historischen Hintergründen nicht sehr plausibel. Darüber kann man sicher streiten und keiner kann das eine oder das andere wirklich beweisen.

Was man aber auf jeden Fall als historisch sehen kann, ist die Tatsache des leeren Grabes. Dass das Grab leer war, wird auch von den Gegnern später nie angezweifelt. Es wird lediglich darüber gestritten und diskutiert, wie das geschah. Die Christen sagen: Jesus ist auferstanden. Die Gegner sagen: Seine Anhänger haben die Leiche geklaut. Das wird aus diesem Text von Matthäus auf jeden Fall deutlich: Egal, ob er historisch ganz genau so zutrifft oder nicht, auch zur Abfassungszeit des Matthäusevangeliums (wahrscheinlich einige Jahre nach 70 n. Chr.) ist das immer noch ein wichtiges Thema und ein Streitpunkt zwischen Nichtchristen und Christen (sonst hätte Matthäus die Szene getrost weg lassen können).

Wohlgemerkt: Der Streit geht nicht darum, ob das Grab leer war oder nicht (das bezweifelte niemand), der Streit dreht sich darum, wie es dazu kam. Und das ist bis heute die Frage: Wie kommt es, dass dieses Grab leer war? Haben die niedergeschlagenen und ängstlichen Jünger, die bei der Verhaftung Jesu feige geflohen sind, den Leichnahm geraubt und die größte Lüge der Weltgeschichte in Umlauf gesetzt? Oder könnte es sein, dass dieser Jesu tatsächlich auf übernatürliche Weise aus dem Grab kam?

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