Matthäus 27, 45-56 – Es ist vollbracht

„Jesus schrie abermals laut und verschied.“ (Mt. 27,50) Die Evangelisten berichten auf recht unterschiedliche Weise von Jesu letzten Stunden und von seinen letzten Worten. Bei Johannes hört sich das ganze ziemlich souverän und abgeklärt an: Jesus sprach: „Es ist vollbracht!, und neigte das Haupt und verschied.“ (Joh. 19,30) Bei Matthäus klingt es dagegen dramatischer und schmerzvoller.

Für mich muss sich das nicht unbedingt widersprechen. Beide betonen unterschiedliche Wahrheiten und Aspekte des Geschehens am Kreuz. Johannes schaut tiefer und er betont das Kreuz als Höhepunkt und Vollendung von Jesu Wirken. Denn hier am Kreuz besiegt er den Tod und den Teufel (auch wenn es rein äußerlich gar nicht danach aussieht). Matthäus betont dagegen mehr, dass dieses Sterben am Kreuz auch für den Sohn Gottes kein Spaziergang war. Auch für ihn ist es schrecklich und schmerzvoll.

Eigentlich müsste beim Anblick des Sohnes Gottes am Kreuz die Hölle ein Freudenfest gefeiert haben. Aber ich glaube, die haben nicht lange gefeiert. Die haben irgendwann gemerkt: „Hey, das sah zwar wie ein Sieg aus, aber in Wirklichkeit ist jetzt alles verloren!“ Die richtige Party ging dann im Himmel ab: „Er hat’s getan, er hat durchgehalten, er hat den Tod besiegt! Es ist vollbracht!!!“

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