Matthäus 27, 1-14 – Späte Einsicht

Also hat er seinen Fehler doch noch eingesehen. Judas bringt das Geld für seinen Verrat zurück und versucht, das Rad der Geschichte noch mal zurück zu drehen. Aber es geht nicht: Die Hohepriester und Ältesten bleiben bei ihrem Urteil. Judas verzweifelt an seiner Schuld und erhängt sich.

Ich finde es spannend wie Matthäus die Schicksale von Petrus und Judas in seiner Darstellung verknüpft und gegenüberstellt. Beide haben Fehler gemacht und sehen ihr Versagen ein. Bei Petrus geht es letztendlich gut aus, bei Judas nicht. Liegt es an der Größe der Schuld? Petrus hat Jesus nur verleugnet, Judas ist als Verräter für seinen Tod verantwortlich (Ist er das wirklich? Jesus hätte sich ja noch rechtzeitig vom Acker machen können – er wusste was ihn erwartet! Ist nicht letztendlich Gott selbst verantwortlich dafür? Dazu hat er doch Jesus auf die Welt geschickt: Um die Menschen durch seinen Tod mit sich zu versöhnen).

Ich bin überzeugt: Selbst für Judas hätte es die Möglichkeit zur Umkehr gegeben, selbst ihm hätte seine Schuld vergeben werden können. Aber anders als Petrus hat er versucht, selbst mit seiner Schuld fertig zu werden, anstatt sich an Jesus zu wenden.

Vergebung heißt nicht, dass dadurch etwas ungeschehen gemacht wird. Judas kann seinen Verrat nicht rückgängig machen (genau so wenig konnte Petrus seine Verleugnung rückgängig machen). Vergebung heißt aber, dass nicht ich sondern ein anderer mit der Schuld fertig wird. Vergebung heißt, dass ich trotz allem was schiefgelaufen ist, mit Gott noch einmal neu anfangen darf.

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6 Gedanken zu „Matthäus 27, 1-14 – Späte Einsicht“

  1. Hallo, habe Deinen Blog über Sabina gefunden und finde ihn super! Nicht nur, dass Du es fertig bringst (im Gegensatz zu mir) Inhalte und Aussagen in wenig Worten auf den Punkt zu bringen, Du hast auch noch einen Ecke über Linux :D.

    BTT: Diese unterschiedlichen Wege Petrus / Judas habe ich so noch nie gesehen – danke dafür. Aber Du hast recht – beide haben sich gegen den Herrn verfehlt.

    Was Judas angeht, so kann ich nicht anders – irgendwie habe ich immer Mitleid mit ihm. War es ihm nicht vorbestimmt? Es musste doch so kommen. Jesus hat es von Anfang an gewusst. Er hat auch gewußt, dass es falsch war. Hat das Geld zurückgegeben. Aber was ist dann passiert? Hat er nicht erkannt wer Jesus wirklich war? Hatte er keine Hoffnung mehr?

    Wäre es anders gekommen, wenn er sich nicht das Leben genommen hätte?

    1. Hallo Quincy! Herzlich willkommen bei windhauch!
      Ist ja schön, dass es noch mehr Christen sich für Linux interessieren. Ich benutze schon seit Jahren nur noch im „Notfall“ Windows… 😉

      Mit dem Judas geht mir das ähnlich: Ich hab eigentlich auch Mitleid mit ihm. Aber ich glaube auch, dass trotz allem Vorherwissen und aller Vorherbestimmung Gott dem Menschen Möglichkeiten der Freiheit einräumt – auch wenn ich das nicht so richtig verstehen und erklären kann.

  2. Ich habe das Blog ebenfalls über Sabina gefunden und werde es jetzt aufmerksam verfolgen. Danke für die sehr interessante Auslegung – so detailliert hatte ich das vorher nicht gesehen.

    1. Hallo Christian! Schön, dass du bei windhauch vorbeischaust und willkommen!
      Hab auf deinem Blog und Homepage gesehen, dass du Bass spiest. Klasse! Bin auch Bassist bei einer Lobpreisband (nur hobbymässig und mit wenigen Konzerten im Jahr): Service Station ( http://www.service-station.org/ ). 😀 Bin allerdings von Haus aus Gitarist und hab in der Band halt die „Bass-Lücke“ ausgefüllt… 😉

  3. Satan kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und umzubringen!

    Lukas 22:3 Es fuhr aber der Satan in Judas, genannt Iskariot, der zur Zahl der Zwölf gehörte.

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