Matthäus 26, 30-35 – Sind wir nicht alle ein bisschen Petrus?

Auch bei diesem Text fällt mir ähnliches auf, wie beim Verrat des Judas. Ganz automatisch bringen wir das Thema Verleugnung mit Petrus in Verbindung. Ist bei mir in meiner Bibel auch so überschrieben. Ist bei mir auch ganz selbstverständlich in meinen Gedanken verbunden: Passion + Verleugnung => Petrus.

Im Text wird aber extra betont: „Das Gleiche sagten auch alle Jünger.“ (V.35) Das mit der Verleugnung das betrifft nicht nur Petrus, den wir uns gerne so großspurig und eingebildet denken. Das betrifft alle. Alle waren sich sicher: Ich nicht! Ich werde dich nicht verraten! Und am Ende hatten alle die Hosen voll! Petrus wird als Wortführer der Jünger nur besonders herausgestellt.

Ist halt immer leichter, über die Fehler anderer nachzudenken, als über die eigenen…

Aber das Gute ist, dass Petrus letztendlich gestärkt aus der ganzen Sache hervorgegangen ist. Er hat gemerkt, dass es nicht auf seine menschlichen Möglichkeiten ankommt, sondern auf Gott. Er hat gemerkt, dass Jesus zu ihm steht, auch wenn er versagt hat. Und er hat gemerkt, dass die Liebe zu Jesus stärker ist als alles Versagen. Das Gleiche gilt auch für alle Jünger… (und natürlich Jüngerinnen 😉 ).

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2 Gedanken zu „Matthäus 26, 30-35 – Sind wir nicht alle ein bisschen Petrus?“

  1. Das macht mir den Petrus auch so sympatisch, obwohl Jesus schon wohl sehr verletzt sein musste, dass sein Lieblingsjünger ihn verleugnet hat. Aber nirgends steht, dass Jesus seine Liebe und Zuneigung Petrus verweigerte. Im Gegenteil, er macht Petrus zum Gemeindebauer.

    1. Ja! Ich find gut, dass die Bibel auch so offen und ehrlich über diesen schmerzlichen Lernprozess bei Petrus berichtet. Als großer Gemeindebauer und Fels der Gemeinde hätte man das ja später in der Darstellung auch ein bisschen beschönigen können.

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