Matthäus 26, 14-16 – Der Verräter

Wir wissen eigentlich sehr wenig über Judas. Ein paar Zeilen in der Bibel. Und doch ist er heute weltbekannt und sein Name steht für uns als Synonym für Verrat. Aber warum hat er das getan? Was waren die Motive? Da gibt es die unterschiedlichsten Auslegungen und Spekulationen. Sehr vieles wurde in diese Figur hinein gelesen und hinein interpretiert.

Matthäus scheint auf die Geldgier des Judas hinzuweisen. Im Gegensatz zum Paralleltext bei Markus sagt er, dass Judas selbst nach dem Lohn für den Verrat gefragt hat. Ist er der geldgierige, hinterhältige Verräter? Oder ist er der Zelot, der hofft dass durch diese Zuspitzung, Jesus sich endlich als der kämpferische Messias offenbart? Es gibt auch die Deutung, dass Judas als einziger verstanden hat, dass Jesus sterben muss, um durch Kreuz und Auferstehung Heil bewirken zu können. Judas ermöglicht die Erlösung erst und steht somit im Einklang mit Jesus und in seinem Dienst.

Keine Ahnung was da wirklich zutraf. Ist eigentlich auch egal! Ich frage mich wo ich – aus welchen Motiven auch immer – zum Verräter werde. Lebe ich nicht oft so, als ob es diesen Jesus gar nicht gäbe? Lebe ich nicht oft so, als ob er schon längst tot wäre? Wird das an meinem Leben sichtbar, dass dieser Jesus auch heute noch da ist und lebt? Ich werde auch oft genug zum Verräter, und das nicht mal aus Geldgier, sondern aus Bequemlichkeit.

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