Matthäus 25, 1-13 – Die schlafenden Jungfrauen

Die Pointe bei diesem Gleichnis von den zehn Jungfrauen ist V.13: „Darum wachet! Denn ihr wisst weder Tag noch Stunde.“ Wir sollen wie die Brautjungfern bereit sein für die Ankunft des Bräutigams. Und weil wir nicht genau wissen wann er kommt, sollen wir allezeit für seine Ankunft bereit sein.

Was mir heute zum ersten mal bei diesem Gleichnis aufgefallen ist: Keine der zehn Jungfrauen hat das geschafft, keine blieb wach! V.5: „Als nun der Bräutigam lange ausblieb, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein.“ Ist ja auch klar und verständlich: Wenn man auf Jesus wartet und wartet – und er kommt nicht und kommt nicht. Das kam schon den Christen damals zur Zeit des Matthäus ziemlich lang vor. Und erst recht uns heute! Immer wach bleiben geht wohl nicht. Da schlafen sogar die klugen Jungfrauen ein.

Kann ich gut verstehen. Da sagt Jesus, dass er wieder kommt, dass es ein tolles, großartiges Fest gibt – und er kommt einfach nicht. Ich kenn dieses warten und hoffen. Das warten darauf, dass Jesus endlich eingreift, dass es Grund zum Feiern gibt – und man wartet vergeblich. Jeder kennt diese Nachtzeiten. Es ist dunkel, man wird schläfrig und irgendwann schläft man ein… Was soll man auch sonst tun?!? Schon mal ohne den Bräutigam feiern? Nein, das geht nicht. Man kann nur warten.

Das Gleichnis sagt uns: Er wird kommen! Er kommt auf jeden Fall! Und dann musst du bereit sein. Es ist nicht so schlimm, wenn du zwischendurch einschläfst, aber wenn er kommt, dann musst du noch so viel Glauben und Vertrauen in deiner Öllampe haben, dass du mit ihm zum Fest gehen kannst. Erst hier zeigt sich der Unterschied zwischen den klugen und törichten Jungfrauen. Eingeschlafen sind alle. Aber die klugen haben wohl von Anfang an mit einer längeren Wartezeit gerechnet und sie haben damit gerechnet, dass er auch nach langer Wartezeit trotzdem noch kommt. Die anderen haben offensichtlich die Hoffnung aufgegeben. Sie haben sich ganz dem Schlaf hingegeben. Als der Bräutigam dann tatsächlich kam, war’s zu spät.

Herr, du siehst meine Schläfrigkeit, du siehst meine Müdigkeit. Du siehst wie ich oft vergeblich auf dich warte. Du siehst die Dunkelheit und du siehst mich erschöpft einschlafen. Aber ich will die Hoffnung nicht aufgeben! Du kommst! Darauf vertraue ich.“

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Ein Gedanke zu „Matthäus 25, 1-13 – Die schlafenden Jungfrauen“

  1. Danke, jetzt habe ich endlich einmal das Gleichnis verstanden. Ich hab lange überlegt was Jesus hier mit dem Gleichnis eigentlich sagen wollte… 🙂

    Das ist in der Tat manchmal schon ein Problem von mir, dass ich ein Gleichnis von Jesu in den Evangelien lese und mich hinter her frage: „Was möchte mir Jesus hier sagen?“. Aber ich denke, das ist kein großes Problem. Wenn ich etwas nicht verstehe, dann hebe ich mir die Frage einfach auf und eines Tages finde ich die Antwort. So heute eben hier… 😉

    Geht das euch denn auch so, dass ihr teilweise etwas nicht auf Anhieb versteht oder bin ich zu doof?

    Auf das Jesus bald kommen möge…

    Segen mit Dir!

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