Matthäus 24, 32-44 – Kann ich’s wissen oder nicht?

Merkwürdig zwiespältig kommt mir der Text vor: Auf der einen Seite sagt Jesus, dass man erkennen kann, dass das Ende nahe vor der Tür steht (V.33) – so wie man an einem Feigenbaum an den Blättern erkennen kann, dass der Sommer nahe ist. Und auf der anderen Seite läuft der ganze Abschnitt genau auf die gegenteilige Pointe hinaus: Keiner weiß wann es geschieht (V.36: von dem Tag und von der Stunde weiß niemand…), und gerade darum sollen wir jederzeit bereit dafür sein, dass Jesus wieder kommt (V.42: Darum wachet; denn ihr wisstn nicht, an welchem Tag euer Herr kommt).

Was denn nun?!? Kann ich mich jetzt vorbereiten oder nicht? Kann ich wissen, wann es soweit ist oder nicht? Oder meint Jesus, dass man so ganz groß sagen kann, dass das Ende nahe ist, aber eben nicht genau zu welchem Tag und zu welcher Stunde? Aber das wäre ja auch bescheuert: Denn damit würde er der Mahnung zur Wachsamkeit die Spitze und die Dringlichkeit nehmen. Oder stellt er mit V.36 auch den vorher genannten Zeitrahmen wieder in Frage (so die Stuttgarter Erklärungsbibel zu der Parallelstelle in Markus)?

Naja, egal wie das jetzt zusammen zu denken ist: Das eine ist sicher: Diese Welt wird irgendwann vergehen. Aber Jesu Worte werden nicht vergehen. Wichtig ist, dass wir Jesus vertrauen. Das macht dann eigentlich jede Endzeitberechnung überflüssig…

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