Matthäus 24, 15-22 – Weltuntergangsszenario

Also ehrlich gesagt: Ich kann mit dem Text nicht viel anfangen! Was soll das alles? Jesus warnt vor einer großen Bedrängnis. Wenn die Bewohner Judäas das „Gräuelbild der Verwüstung“ an „der heiligen Stätte“ sehen, dann sollen sie in die Berge fliehen. Jesus malt aus, wie schrecklich die Bedrängnis sein wird und dass man sie nur überstehen kann, weil Gott diese Zeit begrenzt. Was hat das alles mit mir zu tun? Warum hat Jesus das seinen Jüngern damals gesagt? Ganz offensichtlich ist diese Bedrängnis ja bis heute noch nicht angebrochen. Oder ist das auch etwas, das sich immer wieder ereignet und immer schlimmer wird?

Wie soll ich auf diesen Text reagieren? Er macht mir Angst! Aber eigentlich will Jesus seine Jünger ja trösten: Selbst in dieser schlimmen Zeit wird wird Gott da sein und die Tage so verkürzen, dass wir es ertragen können. Das heißt: er wird das Allerschlimmste abwenden und uns irgendwie durchtragen. Aber ich lebe hier im Jahr 2009 in Deutschland und ich erlebe keine große Bedrängnis. Und ich will auch nicht mich selbst oder andere durch irgendwelche Weltuntergangsszenarien in Panik versetzen. Ich finde diese angstmachende Weltuntergangsstimmung mancher Christen schrecklich und ich verstehe nicht, warum Jesus selbst hier in diese Kerbe haut.

Wahrscheinlich kann man mit diesem Text nur was anfangen, wenn man selbst in solch einer Bedrängnissituation ist. Für Christen die tatsächlich verfolgt werden (und das gibt es durch die Jahrhunderte hindurch immer wieder und heute in vielen Teilen der Welt mehr denn je) kann dieser Text tröstlich und ermutigend sein. Sie haben die Zusage: Gott wird (für sie) die Tage so verkürzen, dass sie es irgendwie durchhalten können.

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