Matthäus 22, 15-22 – Die Neunmalklugen

So, nach sechs Wochen „Expedition zum Ich“ mach ich jetzt da weiter, wo ich davor aufgehört habe: bei Matthäus. Er erzählt von der scheinheiligen Frage der Pharisäer, ob man dem Kaiser Steuern zahlen soll oder nicht. Sagt Jesus ja, dann hat der die jüdischen Freiheitskämpfer (die Zeloten) gegen sich, sagt er nein, dann haben die Pharisäer einen guten Grund, ihn bei den Römern anzuschwärzen.

Ach ja [seufz], die gibt’s heut auch noch, diese neunmalklugen Pharisäer, die immer ganz genau wissen, was Gott will und was die anderen falsch machen. Denen selbst der Sohn Gottes nicht biblisch und rechtgläubig genug ist. Und bis heute steigen diese Pharisäer dann gern in Diskussionen ein, die scheinbar fromm klingen, in denen es aber nur um Macht und Rechthaberei geht.

Ich wünschte mir, dass solche Leute keine Chance haben, die Gemeinde zu polarisieren, sondern dass wir auf ähnlich schlaue und geniale Weise wie Jesus reagieren könnten. Er lies sich auf das Entweder-Oder gar nicht ein, sondern eröffnet mit seiner Antwort einen ganz anderen, einen dritten Weg. Er gibt beiden Richtungen ihr Recht, setzt sie aber ins richtige Verhältnis zueinander: „Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser ist, und Gott, was Gottes ist.“

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