Matthäus 22, 11-14 – Gnadenautomatismus

In dem Gleichnis von der königlichen Hochzeit taucht eine hochinteressante Spannung auf: Einerseits gehen die Knechte auf die Straße hinaus und bringen Böse (!!) und Gute zur königlichen Hochzeit (Mt. 22,10) – andererseits wirft der König dann einen Gast der kein hochzeitliches Gewand trägt in die Finsternis hinaus (Mt. 22,11ff).

Ich finde das drückt sehr schön den Zusammenhang von Gnade und Umkehr (oder Buße) aus: Jeder ist zur königlichen Hochzeit eingeladen. Sogar die Bösen dürfen kommen und mitfeiern. Keiner muss eine bestimmte Vorbedingung erfüllen, jeder darf einfach so kommen, wie er ist. Aber zugleich wird dann erwartet, dass man sich der Hochzeit entsprechend verhält. Man braucht die entsprechenden festlichen Kleider, um auf der Hochzeit bleiben zu dürfen. Da geht es wohl um meine eigene Einstellung dem König gegenüber. Wenn ich nicht bereit bin umzukehren und Gott die Ehre zu geben, dann hab ich auf diesem Fest nichts verloren.

Es gibt auch im Neuen Testament keinen Automatismus der Gnade. Es werden auch durch Jesu Kreuzestod nicht einfach alle (Böse und Gute) ganz automatische für immer gerettet sein. Ja, es ist jeder eingeladen. Gottes Gnade gilt auch den „Bösen“. Aber trotzdem gilt: auch wenn Gott kübelweise Gnade über uns ausschüttet, erwartet er doch auch von jedem einzelnen eine ehrliche Umkehr und Vertrauen zu ihm.

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