Matthäus 21, 18-22 – Gebet um Zerstörung

Ein Text, der sich mir nicht so richtig erschließt. Jesus verflucht einen Feigenbaum, der keine Früchte hat und dieser verdorrt dann „sogleich“. Dann klärt er seine Jünger auf, dass sie noch viel tollere Sachen anstellen können, wenn sie nur Glauben haben und nicht zweifeln. Nun hab ich allerdings keinerlei Interesse, irgendwelche Feigenbäume verdorren zu lassen – was soll das bringen?

Nach etwas nachdenken und nachlesen kann ich mir auf die Geschichte mit dem Feigenbaum einigermaßen einen Reim machen: Der Zusammenhang ist die Tempelreinigung. Jesus schmeißt aus dem Tempel die Geldmacher raus, lässt Kranke und Kinder rein und die bisherige religiöse Führungsschicht ist entsetzt. Der Feigenbaum, der keine Frucht bringt, kann als Sinnbild für den fruchtlosen Glauben der Schriftgelehrten und Hohepriester angesehen werden. Die Verfluchung ist dann so etwas wie eine Zeichenhandlung mit der Jesus androht: So wird es allen gehen, die aus dem Glauben ein leeres Geschäft gemacht haben und die keine wirkliche Frucht bringen.

Aber was das ganze mit der Verheißung des Gebets und der Verheißung durch den Glauben Berge versetzen zu können zu tun hat, bleibt mir rätselhaft. Okay, Jesus hat ein „Wunder“ vollbracht und er verheißt, dass seine Nachfolger durch Gebet ähnliches vollbringen können. Aber warum ausgerechnet ein verdorrter Feigenbaum und ein zerstörerischer Fluch als positives Beispiel für Gebetserhörungen herhalten muss?!? Wenn Gebetserhörung, dann doch lieber neues Leben, Heil und Heilung – anstatt Tod und Zerstörung, oder?

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