Matthäus 21, 1-11 – Euphorische Begeisterung

Heute „Hosianna!“ – morgen „Kreuzige ihn!“ So war es damals bei Jesus. An Palmsonntag waren alle begeistert von Jesus und haben ihn gefeiert. Und nur wenig später hat der Mob seinen Tod verlangt…

Ich bin jemand, der bei zu viel Überschwang und Begeisterung erst mal bremsen möchte. Mir ist solch eine extrem nach außen gerichtete Begeisterung suspekt. Ich denk mir dann oft: „Jetzt wart’s mal ab! Du wirst noch früh genug wieder auf dem harten Boden der Realität landen. Und dann sieht die Welt wieder ganz anders aus.“ Ich denk mir: „Lieber etwas weniger Euphorie und dafür mehr nüchterne Treue.“

Aber kann ich diese Einstellung wirklich mit diesem Text aus Mt. 21 begründen? Hilft weniger Begeisterung wirklich automatisch zu mehr Treue? Nein, die Begeisterung an sich ist ja nicht falsch. Das Problem ist, wenn man von einem Extrem ins andere fällt: von der extremen Begeisterung zur extremen Ablehnung. Jesus will ja Christen, die brennend im Geist sind und keine lauwarme Langweiler. Aber auch das „brennen“ kann ja ganz unterschiedlich sein: Ich will lieber eine kleine beständige Glut sein, als ein kurzes und großartiges Strohfeuer…

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