Matthäus 2, 13-23 – Der Sohn Gottes als Baby

Wie das wohl ist: Sohn Gottes zu sein und zugleich ein menschliches Baby zu sein, das ja vieles noch nicht verstehen und einordnen kann? Von Anfang an war das Leben dieses Babys bedroht. Von Anfang an deutet sich das Schiksal dieses Menschen an. Ob das Baby Jesus etwas von dieser Bedrohung gespürt hat? Ganz sicher hat er die Angst der Eltern gespürt. Ganz bestimmt hatte es Auswirkungen, dass er nicht nur zu Hause im Bettchen rumliegen konnte, sondern dass die Familie nach Ägypten fliehen musste.

Oder sind das nur später erfundene Geschichten, mit denen manche theologischen Zusammenhänge verdeutlicht werden sollen (In Jesus erfüllen sich alttestamentliche Verheißungen; Jesus erlebt das Schicksal des Volkes Gottes nach: Flucht nach Ägypten und Rückkehr ins verheißene Land).

Wie auch immer: Der Sohn Gottes war auf jeden Fall ganz Mensch. Er war ein hilfloses, schreiendes und von anderen abhängiges Baby wie jeder von uns. Ich glaube nicht, dass diesem Baby von Anfang an klar war, wer er ist und was seine Aufgabe ist. Er ist aufgewachsen wie jeder von uns: er musste lernen zu gehen und zu sprechen. Er hatte Auseinandersetzungen mit seinen Eltern. Er musste lesen und schreiben lernen.

Wann und wie ist ihm wohl klar geworden, wer er ist? War das eine plötzliche Erkenntnis? Oder ein langsames Wachstum? War er darüber schockiert? Oder war es eine befreiende Selbsterkenntnis? Ich merke, wie schwer das ist sich konkret vorzustellen, was das heißt: Gottes Sohn und wahrer Mensch in einer Person zu sein.

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