Matthäus 19, 16-26 – Religiöser Streber

Je länger ich diesen Text kenne, desto mehr kann ich das Entsetzen der Jünger nachvollziehen. Da kommt Einer zu Jesus, der es echt ernst meint mit dem Glauben und der vorbildlich Gottes Gebote befolgt. Aber Jesus sagt, dass das nicht reicht. Wenn er wirklich einen Schatz im Himmel haben will (wenn er also die himmlische Rettung erreichen möchte), dann muss er seinen Besitz verkaufen (ALLES!!!), das Geld den Armen geben und Jesus nachfolgen.

Also ich kenn niemanden (zumindest nicht persönlich), der diesen Maßstäben genügt. Da ist es wirklich leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelör geht, als dass ein Mensch, der auch nur ein bisschen was besitzt, in den Himmel kommt. Die Jünger sind zurecht entsetzt und fragen nach der logischen Konsequenz: Wer kann dann überhaupt noch selig werden? Niemand, oder?!?

Beim Lesen heute ist mir besonders der Zusammenhang aufgefallen. Im Abschnitt davor stellt Jesus die Kinder als Vorbild hin und sagt: „… solchen gehört das Himmelreich.“ (Mt. 19,14) Verrückt, oder? Der tolle reiche Jüngling, der ein fast schon perfektes religiöses Leben führt, der hat so gut wie keine Chance gerettet zu werden. Und die Kinder, die rein gar nichts vorweißen können, die gehören schon automatisch zum Himmelreich dazu!

Die Konsequenz: Versuch nicht ein religiöser Streber zu sein, der sich den Himmel verdienen will, sondern versuch ein Kind zu sein, das mit leeren Händen zu Gott kommt!

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