Matthäus 19, 1-12 – Wenn Ehen scheitern

Schon damals war das ein Streitthema: Ehescheidung. Darf man das? Darf man das nicht? Wenn es erlaubt ist, unter welchen Umständen und wann nicht? Und schon damals gab es unterschiedliche Meinungen: eher strenge Auslegungen oder eher liberale Auslegungen. Schon damals war es so: egal was man zu dem Thema sagt – irgendjemand wird auf jeden Fall unzufrieden sein und eine andere Meinung haben.

Ich find’s ja zunächst mal interessant, dass es schon damals so war, dass das ein Problem war. Ehe war schon immer etwas wundervolles wenn es gut läuft – aber eben auch extrem schwierig, wenn es schlecht läuft. Schon damals sind Ehen zerbrochen und gescheitert, nicht erst heute in unser ach so gottlosen und verderbten Zeit.

Was sagt Jesus dazu? Er bezieht sich auf Gottes Schöpfungsabsichten: Eine Ehe ist untrennbar. Was Gott zusammengefügt hat, kann man nicht auseinander reißen. Jede Ehescheidung ist also ganz klar gegen Gottes guten Schöpferwillen. An dieser Aussage gibts nichts zu rütteln. Ich denke das gilt nicht nur für eine äußerliche Trennung von Ehepaaren, sondern auch für eine innere Entfremdung und Trennung. Jede kaputte Ehe (äußerlich sichtbar oder verborgen im Herzen) ist gegen Gottes guten Schöpferwillen.

Was aber, wenn es trotz aller guten Absichten doch schief geht? Wenn in einer Ehe nur noch Feindschaft, Hass und Verletzungen regieren? Soll man dann äußerlich so tun, als ob die Ehe weiterhin Gottes guten Schöpfungsabsichten entspricht? Soll man zusammenbleiben, auch wenn man sich innerlich schon längst getrennt hat? Oder soll man die Konsequenz ziehen und das Scheitern auch öffentlich zugeben? Ist nicht auch in diesem Fall Vergebung und ein Neuanfang möglich? Was ist in einem solchem Fall das kleinere Übel?

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