Matthäus 18, 21-35 – Wie auch wir vergeben…

Im wichtigsten Gebet für uns Christen heißt es: „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.“ Mich überkommt manchmal ein mulmiges Gefühl, wenn ich diese Worte bete. Dieses selbstverständliche „wie auch wir vergeben“ macht mir Angst. Denn ich weiß, wie schwer wir uns damit tun. Selbst wenn wir es vom Kopf her wollen, sind unsere Herzen manchmal so verhärtet, dass wir es nicht wirklich schaffen.

Diese Geschichte aus Matthäus 18 macht für mich diese Vaterunser-Bitte verständlicher und einleuchtender. Ein König erlässt einem Knecht eine riesige Summe von Schulden. Dann geht der Knecht zu einem Kollegen und fordert mit Gewalt eine vergleichsweise kleine Summe zurück. Zur Übertragung auf heutige Verhältnisse: Die Summen in dem Gleichnis verhalten sich wie 30 Millionen zu 100! Also sagen wir mal dem einen Knecht wurden vom König 30 Millionen Euro erlassen und der geht dann hin und verprügelt einen anderen wegen 100 Euro. Total absurd und abwegig, oder?!

Genau so absurd und abwegig ist es, wenn wir einander nicht vergeben wollen. Auch wenn uns die Schuld noch so groß und schlimm erscheint – im Vergleich zu dem, was Gott uns vergibt, ist das alles Pipifax. Und wenn unser Herz das nicht schafft, dann sollten wir uns wenigstens vom Kopf her sagen: Ja, ich will vergeben, auch wenn ich mich überhaupt nicht danach fühle.

Bewerte diesen Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.