Matthäus 16, 1-4 – Und er ließ sie stehen

Noch einmal eine Zeichenforderung der Pharisäer (schon in Mt.12,38-42 berichtet Matthäus über solch eine Anfrage). Doch inzwischen hat sich die Situation zugespitzt: Es wird ausdrücklich gesagt, dass sie ihn damit „versuchten“, ihn also auf eine Probe stellen wollten. Außerdem werden hier zum ersten mal die Sadduzäer als Feinde genannt. Bisher waren das nur die Pharisäer.

Im Zusammenhang wirkt diese Forderung absurd. Matthäus hat gerade eben von der wundervollen Brotvermehrung berichtet und davon, wie Jesus viele Menschen gesund gemacht hat. Die Zeichen sind doch klar! Was soll Jesus noch mehr tut?!? Das zeigt, dass die Pharisäer nicht wirklich ein Zeichen wollen, sondern dass sie die Konfrontation suchen. Sie wollen nicht sehen, was doch offensichtlich ist.

Stark, wie Jesus reagiert: Er sagt ihnen etwas kryptisches vom Zeichen des Jona (das natürlich vor Tod und Auferstehung damals kein Mensch verstehen konnte) und ging dann einfach weg. Ganz trocken berichtet Matthäus: „Und er ließ sie stehen und ging davon.“ Ich kann mir richtig vorstellen, wie Matthäus gegrinst hat, als er diesen Satz schrieb. 🙂 Manchmal ist das wohl das Beste: Jemand der nicht verstehen will, einfach stehen lassen und weggehen…

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