Matthäus 13, 34-43 – Zuckerbrot und Peitsche
von windhauch
Hach, ich weiß auch nicht: Ich mag solche Texte nicht. Jesus gibt hier eine Deutung zu dem Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen (Mt.13,24-30; vgl. dazu diesen Artikel>>>). Aber anders als in der Erzählung des Gleichnisses liegt der Ton nun nicht mehr auf der Gelassenheit des Bauers gegenüber dem Unkraut, sondern die Ernte steht im Mittelpunkt: Die Bösen werden aussortiert, sie werden in den Feuerofen geworfen und es wird Heulen und Zähneklappern (oder besser übersetzt: Zähneknirschen – vor Schmerz) sein.
Es ist mir klar, dass es Jesus nicht darum geht Angst und Schrecken zu verbreiten, sondern dass er eindringlich vor einem Leben ohne Gott warnen will. Wer nicht zu Gott gehört, der ist ein Kind des Bösen und er wird irgendwann die Konsequenzen tragen müssen. Mein Verstand sagt mir, dass auch solche Worte notwendig sind – aber mein Herz sagt mir: Muss das sein? Dieses Drohen mit den furchtbaren Konsequenzen und den unerträglichen Schmerzen? Dieses ausmalen der Höllenqualen? Hilf das wirklich auf dem Weg zu einem tiefen Vertrauen in die Liebe und Güte Gottes? Brauchen wir das wirklich beides: Zuckerbrot und Peitsche? Sind wir Menschen so abgestumpft, dass Jesus uns mit Zuckerbrot allein (= mit der überwältigenden und alles gebenden Liebe Gottes) nicht erreichen kann?
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Foto: wikimedia


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hmm – ich denke, nur die Liebe kann uns wirklich bewegen, Angst ist keine gute Motivation und führt nicht in die Hingabe, sondern bestenfalls in formelle Nachfolge. Aber die Konsequenzen müssen einfach auch benannt werden, sonst kommt nachher jemand und beschwert sich “jaa, wenn ich DAS gewusst hätte..” – dann wird klar: “siehe, ich habe euch alles vorher gesagt!”
Ja, so kann man das gut zusammenbringen: Wirkliche Veränderung schafft nur die Liebe. Aber die negativen Konsequenzen, wenn man sich dieser Liebe entzieht, müssen halt auch angesprochen werden. Nicht um Angst zu erzeugen, sondern um Klarheit zu schaffen.