Matthäus 13, 1-9 – Und Jesus organisierte ein Event…

„An demselben Tage ging Jesus aus dem Hause und fing an ein großes Event zu organisieren. Er beauftragte seine Jünger, eine große Versammlungshalle zu besorgen, er stellte ein Musikteam zusammen, das mit Schofarhörnern die neuesten Lobpreishits einstudierte, setzte verschiededen Teams für Dekoration, Verpflegung und Begrüßung ein. Besonderen Wert legte er auf das Gebetsteam, das die Veranstaltung im Gebet unterstützen sollte. Und noch vieles mehr gab es zu organisieren, zu planen und zu besprechen, so dass er am Abend völlig erschöpft in sein Bett sank…“

Ach nee, stop! Das war der falsche Textanfang. In der Bibel heißt es ganz schlicht: „An demselben Tage ging Jesus aus dem Hause und setzte sich an den See. Und es versammelte sich eine große Menge bei ihm, sodass er in ein Boot stieg und sich setzte, und alles Volk stand am Ufer. Und er redete vieles zu ihnen in Gleichnissen.“ (Mt. 13,1-3a) Schön, wie einfach und unproblematisch das ging. Er geht einfach raus, setzt sich irgendwo hin. Die Leute kommen und er predigt ihnen. Faszinierend! Ich wünschte das würde heute auch noch so funktionieren. Sind die Erwartungen der Zuhörer gestiegen? Haben heute einfach die Leute grundsätzlich weniger Interesse an Religion? Oder fehlt es uns an echter geistlicher Ausstrahlung, welche die Menschen von alleine anzieht?

Das andere, was mich an dieser Stelle fasziniert, ist die verschwenderische Großzügigkeit des Sämanns. In dem Gleichnis, das Jesus erzählt, verteilt er seinen Samen ziemlich unachtsam nicht nur auf dem Acker, sondern auch auf dem Weg, auf den Felsen und unter die Dornen. Einem richtigen Bauern wäre das damals wohl nicht passiert. Der hätte viel mehr auf sein kostbares Saatgut geachtet und es nicht so verschwendet. Aber so ist Gott: Verschwenderisch und großzügig.

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5 Gedanken zu „Matthäus 13, 1-9 – Und Jesus organisierte ein Event…“

  1. Klasse – dein Stil gefällt mir und es ist bereichernd, was du schreibst! 🙂

    zu den im Text gestellten Fragen:
    Sind die Erwartungen der Zuhörer gestiegen? Haben heute einfach die Leute grundsätzlich weniger Interesse an Religion? Oder fehlt es uns an echter geistlicher Ausstrahlung, welche die Menschen von alleine anzieht?

    hmm – man könnte viele Erklärungsansätze finden, z.B. dass die Leute damals kein Radio + TV hatten und deshalb interessierter zuhörten usw., doch der letzte Punkt trifft es wohl viel eher, denn „er lehrte mit Vollmacht und nicht wie die Schriftgelehrten“… und von daher denke ich mal, dass die Leute damals wie heute die Nase voll hatten von „Religion“ und religiösem Geschwafel und – damals wie heute – einfach nur nach der Wahrheit Verlangen haben. Und die ist eben nicht in Worten allein zu finden, sondern kommt mit Kraft daher.

    Segen

    ps – danke für die Verlinkung, Windhauch ist seit heute auch adoptiert!

    1. Hi Bento!
      Dank auch für die Verlinkung!
      Ich fürchte auch, dass letztendlich die Kraft und die Vollmacht entscheidend ist, um Menschen zu erreichen. Um so trauriger ist es ja dann, dass wir heutzutage so viel Energie in die äußere Form und Präsentation reinstecken. Vielleicht würden wir mehr erreichen, wenn wir stattdessen Gott um mehr Kraft und Vollmacht anflehen würden.
      Aber ich weiß natürlich auch, dass es relativ billig und einfach ist, da einen Gegensatz zu konstruieren und das eine gegen das andere auszuspielen. Wenn wir die beste Botschaft der Welt haben, dann sollten wir uns natürlich auch mit der Verpackung etwas Mühe geben. Schwierig wird’s nur wenn wir am Ende nur noch mit verpacken beschäftigt sind… 😉

  2. hmm .. ich denke, wir brauchen Gott wirklich nicht mehr um Kraft und Vollmacht anzuflehen, sondern haben ertmal genug damit zu erkennen, mit wieviel Kraft und Vollmacht wir bereits ausgestattet sind – wenn wir das ergreifen und darin leben, dann werden wir keinen Mangel mehr kennen – und die Verpackung wird endlich vollends unwichtig…

    1. hmm… ich glaube, ich bin da etwas skeptischer und zurückhaltender als du. Vielleicht hast du recht und wir sind mit mehr als genug Vollmacht und Kraft ausgestattet. Aber dann fleh ich Gott halt an, dass ich das endlich ergreifen und leben kann! 😉
      Für mich gehört das Klagen und Flehen einfach zum Glauben dazu. Natürlich liegt’s letztendlich nur an mir und meinem fehlenden Vertrauen und Erkennen. Aber auch dieses Vertrauen und Erkennen muss mir von Gott geschenkt werden.

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