Matthäus 12, 38-42 – Ich will Beweise sehn!

Einige Schriftgelehrte und Pharisäer möchten von Jesus gerne ein eindeutiges Wunder sehen. Ein Wunder, das seinen Anspruch untermauert und das klar macht, ob er und seine Botschaft wirklich von Gott ist oder nicht. Aber diese eindeutige Wunder gibt es nicht, weder damals noch heute.

Gestern hab ich einen kurzen Ausschnitt im Fernsehen gesehen über Richard Dawkins (dem Autor des antireligiösen Buches „Der Gotteswahn“). Er ist überzeugt, dass es keinen Gott gibt und das Religion nur Schaden anrichtet. In dem Interviewausschnitt, den ich gesehen habe sagte er, dass er für seine Sicht der Welt klare Beweise habe. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse belegen für ihn ganz klar, dass Gott nicht existiert.

An der Stelle muss man natürlich einwenden, dass eine doch eine ganz grundlegende Einsicht der modernen Philosophie ist, dass all unser Erkennen und auch alles was wir mit den Sinnen wahrnehmen ziemlich relativ ist. Je nachdem mit welchen Vorgaben und von welchem Standpunkt aus wir die Welt anschauen, bekommen wir unterschiedliche Ergebnisse. Den absolut neutralen Standpunkt gibt es nicht. Und somit auch nicht den absolut neutralen Beweis für die Nichtexistenz Gottes.

Aber es ist interessant, dass auch Dawkins (und mit ihm sicher viele Menschen von heute) dieses Bedürfnis nach absoluter Sicherheit, nach dem absoluten Beweis haben. Sie wollen nicht glauben, hoffen und vertrauen, sondern sie wollen wissen. Ähnlich wie die Pharisäer zur Zeit Jesu. Aber diese absolute Sicherheit mit absolut eindeutigen Beweisen wird es im Glauben nie geben. Das ist ja gerade das Kennzeichen von Glauben: dass wir auf etwas vertrauen, was wir nicht sehen können. Und letztendlich vertraut auch jemand wie Dawkins nur auf etwas, was er nicht absolut beweisen kann.

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