Matthäus 12, 31-32 – Sünde gegen den Heiligen Geist

Mmh, hab jetzt unterschiedliche Kommentare und Meinungen zu dieser Stelle überflogen und bin genau so ratlos wie zuvor. Da gibt es die unterschiedlichsten Auslegungen. Manche sagen, das kann nur Nichtchristen betreffen, manche sagen, es kann nur Christen betreffen. Manche sagen, dass das heute gar nicht mehr geht, andere behaupten das Gegenteil. Manche sagen, Jesus verurteilt damit die Pharisäer, die seine geisterfüllten Taten von Dämonenaustreibungen als satanisch bezeichnen, andere sagen, dass er gerade nicht verurteilt, sondern solche Lästerung gegen den Menschensohn als vergebbar darstellt. Die meisten sagen, dass es nur eine Sünde betreffen kann die bewusst und willentlich getan wird, aber manche denken auch an eine unbewusste Sünde. Seltsam, dass die Bibel hier von einer besonders schlimmen Sünde spricht, die im Gegensatz zu allen anderen Sünden nicht vergeben werden kann und dann aber nicht so richtig deutlich wird, was eigentlich gemeint ist.

So und jetzt die einzig wahre und richtige Auslegung: … – nee, die kann ich natürlich auch nicht geben. Ich weiß es ganz einfach nicht, was Jesus hier genau meint und warum das so in unserer Bibel steht.

Interessant und bedenkenswert finde ich aber auf jeden Fall die Argumentation von Gehard Maier in der Edition C. Er stellt die Stelle in den Zusammenhang des Alten Testaments. Auch dort wird z.B. in Psalm 103,3 gesagt, dass Gott alle unsere Sünde vergeben kann. Aber auch im AT gebe es eine Grenzlinie: Nach 3. Mo. 24,16 kann die Lästerung Gottes nicht vergeben werden (wobei das in 3. Mo. so nicht dasteht: Dort wird gesagt, dass jemand der Gott lästert, des Todes sterben muss – aber da gibt es im AT ja noch andere Sünden, für die die Todesstrafe gefordert wird). Jesus sagt nun den Pharisäern, dass die Lästerung gegen ihn als den Menschensohn vergebbar ist, weil er bis zu seinem endgültigen Kommen in Herrlichkeit verborgen ist und darum missdeutet werden kann. Wer aber vom Heiligen Geist erleuchtet ist und den Geist dann bewusst lästert, dem kann nicht vergeben werden.

Wie in der Klammer oben angedeutet finde ich auch diese Auslegung nicht wasserdicht. Was mir aber dabei gefällt ist die Blickrichtung mit der Jesus diese Warnung ausspricht. Nach Maier geht Jesus nicht von einem alles vergebenden Gott aus und schränkt dann diese Vergebungsbereitschaft ein, sondern er geht davon aus, dass die Lästerung gegen Gott grundsätzlich nicht vergeben werden kann und er weitet diese Vergebungsbereitschaft aber aus (Vergebung gibt auch für diejenigen, die Jesus lästern).

Für mich bleibt diese Stelle letztendlich aber geheimnisvoll. Ich halte für mich fest: Es gibt auch bei Gottes Vergebung irgendwo eine Grenze. Er ist die grenzenlose Liebe, aber gerade deswegen muss er allem, was dieser Liebe widerspricht irgendwo eine Grenze setzen. Und ich für mich auch fest, dass wir uns keinen all zu großen Kopf darum machen sollten, wer denn wann oder wie evtl. diese Grenze überschritten hat. Wenn das so wichtig für uns wäre, dann hätte Jesus diese Grenze genauer definiert.

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5 Gedanken zu „Matthäus 12, 31-32 – Sünde gegen den Heiligen Geist“

    1. Danke für den Link! Ich seh das schon so ähnlich wie du. Ja, es geht nicht um etwas das unwissentlich oder versehentlich geschehen kann. Es geht nicht um das Auf und Ab eines Glaubensweges (jeder hat diese Auf und Abs). Hab inzwischen auch bei Storch einen guten und überlegten Artikel dazu gefunden.
      Aber trotzdem bleibt für mich dieser Abschnitt irgendwie seltsam. All diese Gedanken und Auslegungen sind letztendlich auch nur Annäherungen an etwas, das wir nicht völlig eindeutig sagen können. Ich glaub nicht, dass wir bei dieser Stelle jemals sagen können: So, jetzt sind alle Fragen geklärt und es ist alles sonnenklar (erst wenn wir mal in die himmlischen Augen unseres Vaters sehen, dann wird’s uns wie Schuppen von den Augen fallen).

      1. Grüß Dich/Euch,
        Jesus hat den Jüngern „damals“ den „Tröster“ (je nach Übersetzung unterschiedlich bezeichnet) angekündigt, der die Menschen an alles erinnern soll was ER gesagt hat – und den Menschen dann, wenn es anliegt, „das“ an Informationen zukommen lassen, was den Menschen dann „weiter bringt“ – denn „vieles hätte Jesus damals noch zu sagen gehabt – es hätten die Menschen nur nicht verstanden!“ siehe Johannes 14:16

        Und diesen Beauftragten Gottes/Jesu sollten die Menschen zulassen – und nicht ignorieren.

        Einige „Pfingstgemeinden“ und Andere lassen den „Tröster Christi“ durchaus heute zu Wort kommen – viele Andere nicht mehr.

        Wer also Gottes „Boten“ den Mund verbietet – muss die Folgen tragen und kriegt eben – wie die bayerische Landesregierung durch den Engel Aloisius, der allerdings durch eigenes Verschulden noch immer im Hofbräuhaus sitzt, keine göttlichen Infos zur Lösung der Probleme in unserer Zeit mehr!

        Wie das möglich wäre?
        Siehe dazu Paulus´ Beschreibung des Gottesdienstes, in dem er die Verbindung zu Gott sieht – siehe 1. Kor. 14, 1, wo er schreibt: . …Seid freilich auch mit Eifer darauf bedacht, in Verbindung mit der Geisterwelt (je nach Übersetzung) Gottes zu kommen. Vor allem strebt danach, Werkzeuge zu werden, durch die Gottes Geister in der Muttersprache zu euch reden.
        Zitat Ende.
        Da gibt es noch weitere Hinweise zu – einfach mal das Suchprogramm – am Besten über die NT-Übersetzung des katholischen Pfarrers Johannes Greber laufen lassen – man wird staunen, wie NT auch übersetzt werden kann!

        Wo geschieht das noch, dass Gott zu Wort kommt im Gottesdienst? Gut – es gibt ehrliche und begnadete Prediger – aber „Gott direkt“ – das wäre es doch – oder?

        Wo also Gott „den Mund verboten bekommt“, weil man seine Unterweisungen durch seine von ihm für uns gesandten Boten nicht zulassen will, begeht man – meiner unstudierten Meinung nach – die Sünde „wider den Geist“. Davor hat Jesus gewarnt. Und doch haben die alten Kirchenfürsten aus Angst vor den „bösen Geistern“ sozusagen „das Kind mit dem Bade ausgeschüttet“ und keinerlei Kontakte mehr erlaubt.

        so einfach und so traurig ist das!

        Und dann müssen wir uns nicht wundern,
        wenn wir auf Fragen der heutigen Zeit unsere eigenen stümperhaften Versuche, die Dinge ohne Rücksprache mit Gott zu regeln, oft sehr „teuer“ und mit vielen Nachteilen für uns und folgende Generationen „bezahlen“ müssen.

        Da hilft nur BETEN – dass jeder Einzelne eben dann in der Stille seine eigenen und ihm wichtige Probleme über Jesus vor Gott bringt – und auch auf dem dann umgekehrten Wege seine Entscheidungshilfen von Gott bekommt. Denn „wer bittet, dem wird gegeben“, sagt Jesus – und das erfahre ich „immer rechtzeitig“
        Gott sei Dank und
        Gott zum Gruß
        Günther Kohl

  1. Hier noch einwenig Hilfestellung zum Geiste Gottes:http://maria-czerwonka.de/Andachten_und_Bibelarbeiten/Andachten_files/BS%20GSVernehmen.pdf. Ich habe etwas Anderes gesucht und habe dabei deine Anfrage gefunden und möchte dir kurz darauf antworten.
    Das hab ich von der Seite kopiert
    Gott sprich/handelt durch SEINEN GEIST Gottes Geist gibt Zeugnis unserem Geist – wir sind Seine Kinder! Röm 8,15+16 Gott sandte den Geist Seines Sohnes in unsere Herzens, der da ruft ABBA! Gal 4,6
    Neh 9,20 Luk. 5,17 Joh 16,12 jenem Tage werdet ihr erkennen, daß ich beim Vater bin ..
    Deinen Guten Geist hast Du uns gegeben, um uns zu unterweisen .. ua. Gottes Geist treibt Jesu zu heilen, … Die Kraft war da, DAMIT Er heilte Der Geist des Vaters führt uns in alle Wahrheit – – Geist der Wahrheit Joh 14, 20 .. an
    Apg 8, 29 Apg 10,19 Apg 13, 2 Apg. 21, 4 1Kor2,10-12 Gottes .. Wir haben den Geist aus Gott empfangen, DAMIT wir die Dinge erkennen, die uns von Gott geschenkt sind!

    Der Geist Gottes führt uns also in alle Wahrheiten. Wenn wir uns auflehnen im Geiste Gottes zu wachsen, dann begehen wir die Sünde gegen den heiligen Geist.

    Gottes Segen mit dir

  2. Verse wie diese beunruhigen immer, und noch mehr, wenn man die angegebvenen Paralellstellen liest. Ich finde die Auslegung ausgesprochen hilfreich und kann ihr voll zustimmen: Es bleibt Geheimnis – wir wissen es einfach nicht. Sich den Kopf zerbrechen, nützt aber nichts – wenn Jesus das wollte, hätte er es klarer und deutlicher gesagt. Übrigens vermute ich eher nach der Stelle in den Evangelien, dass es eine Antwort an die Pharisäer war. Nicht: Ihr bösen, jetzt habt ihr .. , sondern: Passt auf, geht nicht weiter – hier ist eine Grenze. Trotzdem aber: ich bin angewiesern darauf, dass gott mich bei ihm hält – von mir aus wird das nichts.

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