Matthäus 11, 20-24 – Jesus Haudrauf

Vor einiger Zeit habe ich über „Johannes Haudrauf“ geschrieben, der ziemlich hart mit den Pharisäern in’s Gericht geht. Heute begegnet mir ein „Jesus Haudrauf“. Er spricht „Weherufe“ über einige jüdische Städte aus. Die Menschen in diesen Städten oder Dörfern haben Jesu Botschaft gehört, sind aber nicht umgekehrt, sie haben sich Jesus nicht angeschlossen. Verrückt, oder?!? Selbst der Sohn Gottes war mit seiner Verkündigung und mit seiner Bewegung nicht sehr erfolgreich. Hätte vielleicht vorher ein Gemeindeaufbau-Seminar besuchen sollen… 😉

Reagiert er jetzt aus Frust so verärgert? Kapernaum droht er die Hölle an. Ist das die richtige Reaktion auf fehlende Umkehr? In dem Kommentar der Wuppertaler Studienbibel steht zu dieser Stelle: „Das Wehe, das Christus hier ausspricht, ist nicht so sehr im Sinne einer Androhung zu verstehen, als vielmehr der Ausdruck tiefsten Schmerzes, den Jesus hier über die Unbußfertigkeit dieser Städte empfindet.“ – Aha, so kann ich schon eher mit dieser Stelle zurechtkommen. Aber ist das jetzt ein hineindeuten in den Text oder korrekte Exegese? Wenn ich die folgenden Verse in Mt. 11 lese (der sogenannte Heilandsruf: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid… ich bin sanfmütig und von Herzen demütig“), dann erscheint mir diese Auslegung durchaus plausibel. Jesus macht es keinen Spaß, solche Gerichtsworte auszusprechen. Er leidet selbst daran, dass die Menschen nicht umkehren.

An dieser Stelle wird sehr deutlich, dass selbst er, der Sohn Gottes, niemand zur Umkehr zwingt. Es bleibt unsere Entscheidung, ob wir was mit diesem Jesus zu tun haben wollen oder nicht. Wenn wir uns gegen ihn entscheiden, dann müssen wir die Konsequenzen tragen und dann hilft uns auch die Sanftmütigkeit und Demütigkeit Jesu nichts.

Matthäus 11, 20-24 – Jesus Haudrauf
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