Matthäus 10, 34-39 – Der Friedefürst mit dem Schwert

von windhauch

Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.” (Mt. 10,34) Oh?!? Dann haben sich die Engel wohl getäuscht, die bei Jesu Geburt noch vollmundig versprochen haben: “Friede auf Erden” (Lk. 2,14)? Und auch Jesaja war etwas zu optimistisch als er uns einen Friede-Fürst (Jes. 9,5) als Messias versprochen hatte?

Hier zeigt es sich wieder, dass es wichtig ist, Bibelstellen im Zusammenhang zu lesen und sie auch in den Gesamtzusammenhang der Schrift einzubetten. Mit einzelnen herausgesuchten Bibelstellen kann ich so gut wie jede Meinung begründen… Was aber zählt ist das Gesamtzeugnis der Bibel. Das ist dann viel schwieriger herauszufinden, als die eigene Meinung mit ein paar Bibelstellen zu belegen.

Aber zurück zu der Stelle bei Matthäus. Ich denke hier kann man bei genauerem Hinsehen die scheinbaren Widersprüche ganz gut auflösen: Jesus ist der Friede-Fürst, er bringt Frieden zwischen Gott und Mensch und er bringt auch Frieden zwischen den Menschen (so z.B. sehr deutlich in Eph. 2,14: Er ist unser Friede – dort bezieht sich der Friede auf das Einssein von Judenchristen und Heidenchristen in Christus). Aber wenn es darum geht (so wie in Mt. 10) an Christus gegenüber Nichtgläubigen festzuhalten, dann ist dieses Bleiben an Christus wichtiger, als alle faulen Kompromisse mit Leuten, die uns von Jesus abbringen möchten.

Wichtig ist mir dabei, dass es eben um Menschen geht, die uns vom Glauben abbringen möchten und nicht um andere Christen, die eine andere theologische Meinung haben oder die in einer anderen kirchlichen Tradition aufgewachsen sind. Ich werd immer richtig traurig, wenn mir manche Christen begegnen, die meinen ihre eigene “Rechtgläubigkeit” ohne Rücksicht und ohne Liebe verteidigen zu müssen (…und die das dann oft tun, indem sie mit einzelnen Bibelstellen um sich werfen). Natürlich müssen wir als Christen um die Wahrheit streiten und können nicht einfach alles stehen lassen. Aber dieser Streit soll nicht mit dem Schwert geführt werden sondern in Liebe.

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