Matthäus 10, 26-33 – Die Alternative zur Menschenfurcht

In dem Abschnitt werden wir ermutigt und ermahnt, dass wir uns zu Gott bekennen sollen. Wir sollen uns nicht vor Menschen fürchten, sondern: „fürchtet euch aber viel mehr vor dem, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle“. Da hab ich natürlich gleich an den Satan gedacht, der uns in der Hölle verderben kann. Aber es ist erstaunlich, was man auch nach jahrzehntelangem Bibellesen noch für Entdeckungen machen kann. Gemeint ist nämlich nicht der Teufel, sondern Gott selbst. In neueren Bibelübersetzungen (Hoffnung für alle, Gute Nachricht) ist das auch gleich so übersetzt und in den Kommentaren, die ich gelesen habe wird das bestätigt: Es geht nicht um den Teufel, sondern um Gott.

Eigentlich ist da ja auch logisch: Die Alternative zur Menschenfurcht ist nicht Angst vor dem Teufel, sondern die Gottesfurcht. Wo ich die Ewigkeit verbringen werde entscheiden nicht die Menschen und auch nicht der Satan, sondern Gott entscheidet das. Deswegen sollen wir ihn mehr als alles andere fürchten und ehren.

Wobei ich mir echt schwer tue mit dieser Gottesfurcht. Wie kann ich beides auf einen Nenner bringen: Gott als der liebenden Vater (den wir mit „Abba, lieber Vater“ ansprechen dürfen) auf der einen Seite und Gott als der Richter, der uns in die ewige Qual der Hölle schicken kann? Selbst wenn ich das theologisch und verstandesmäßig einigermaßen auf die Reihe bekommen (es geht ja hier nicht um die verzweifelte Angst, sondern um die Ehrfurcht vor Gott, der größer, heiliger und herrlicher ist, als ich mir das vorstellen kann), fällt mir das auf der Gefühlsebene schwer. Ich neige da eher auf die Seite des liebenden Vaters…

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