Markus 5, 1-20 – Angst vor der Freiheit

Die Geschichte vom sogenannten besessenen Gerasener. Jesus heilt einen besessenen Menschen indem er die Dämonen, die über ihn herrschen in eine Herde Säue fahren lässt. Bei der Erklärung von Klaus Douglass zu diesem Text hat mir gefallen, wie er das innere Hin- und Hergerissensein dieses Mannes herausarbeitet. Einerseits rennt er zu Jesus hin, weil er die Hoffnung hat, dass dieser ihm helfen kann. Andererseits fleht er Jesus dann an: „Tu mir nichts!“ Er will frei werden und hat doch zugleich Angst davor.

Egal wie man jetzt die Besessenheit erklärt (in der damaligen Welt hatte man das ganz klar als dämonische Besessenheit gesehen, heute würde man die Symptome eher mit einer psychischen Persönlichkeitsstörung erklären), von der Grundkonstellation her ist uns dieses Hin- und Hergerissen sein doch auch heute noch vertraut. Wir kennen das alle, nicht in dieser extremen Form, aber doch so, dass wir einerseits frei sein wollen und andererseits doch auch Angst davor haben. Denn manchmal scheint es einfacher zu sein, mit seinen ganzen Abhängigkeiten zu leben, mit denen man sich einigermaßen arrangiert hat, als neue Wege zu gehen und selbst Verantwortung zu übernehmen.

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