Lukas 9, 37-45 Angewiesen auf Jesu Geduld

„O du ungläubiges und verkehrtes Geschlecht, wie lange soll ich bei euch sein und euch erdulden?“ Diesen Ausruf Jesu konnte ich an dieser Stelle noch nie richtig verstehen. So geht es mir auch heute. Ist das ein Vorwurf? Ist das ein Ausdruck des Schmerzes? Wem gilt dieser Ausruf: den Jüngern, die den kranken Jungen nicht heilen können, dem Vater, der zu wenig Glauben hat, oder den in der Parallelstelle erwähnten Schriftgelehrten?  Warum zeigt sich gerade in dieser Situation der Unglaube und das Verkehrtsein eines ganzen Geschlechts? Ist es denn so verwerflich, dass ein Kranker nicht geheilt werden kann?

So gesehen gehöre ich auf jeden Fall auch zu diesem ungläubigen und verkehrten Geschlecht. Ich habe noch nie einen unreinen Geist ausgetrieben und einen Kranken gesund gemacht. Ich hab höchstens für Kranke gebetet und Gott hat manchen Heilung oder Besserung geschenkt. Auch mein Glaube ist oft viel zu klein. Auch ich muss sagen, wie der Vater des Kranken in der Parallelstelle: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ (Mk.9,24) Und so bin auch ich heute, wie die Jünger damals, von der Geduld Jesu abhängig, mit der er unseren mangelnden Glauben erduldet.

| Bibeltext |

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