Lukas 7, 24-35 Jesus, Freund der Sünder

Johannes der Täufer war den Frommen zu weltabgewandt, zu radikal, zu asketisch. Sie beschimpften ihn als besessen. Jesus war den Frommen zu weltzugewandt, zu offen, zu hedonistisch. Sie beschimpften ihn als Fresser, Weinsäufer und Freund der Sünder. Ich fürchte, dass es den beiden in einer heutigen Mittelstandskirche hier in Deutschland genauso gehen würde. Die Busspredigten des Johannes wären uns zu extrem. Jesu Partys mit Huren und reichen Hedgefondsmanagern wären uns zu unmoralisch.

Für Lukas sind beide Vorbilder im Umgang mit Sünde. Ich denke das gemeinsame bei beiden ist, dass sie ein Feind der Sünde und ein Freund der Sünder waren. Johannes der Täufer hat die Sünde beim Namen genannt und zur radikalen Umkehr aufgefordert. Er wollte provozieren und Sünde aufdecken, damit die Sünder von Gott Vergebung erbitten. Jesus war ein Freund der Sünder, nicht weil er ihre Sünde gut fand, sondern weil er sie davon befreien wollte. Durch sein Verhalten hat der den Sündern deutlich gemacht: Gott liebt dich, er vergibt dir, du darfst neu anfangen. Beiden ging es um Umkehr.

Das Problem der Frommen war, dass sie ihre Sünde nicht erkannt haben. Sie hielten sich für gerecht. Sie dachten, sie brauchen keine Busspredigt. Sie dachten, wenn sie rein äusserlich Abstand von all zu offensichtlichen Sündern halten, dann sind sie auch innerlich rein. Sie dachten, sie bräuchten keine Umkehr.

| Bibeltext |

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