Lukas 23, 32-49 Hilf dir selbst und uns!

Drei mal wird Jesus spöttisch aufgefordert, sich doch selbst zu helfen. Das dürfte doch für den Messias, den Auserwählten Gottes, kein großes Problem sein.   Die ersten sind die jüdischen Oberen, dann fordern ihn die römischen Soldaten auf sich selbst zu helfen und schließlich meint auch einer der Verbrecher, die mit ihm gekreuzigt werden: „Hilf dir selbst und uns!“ (V.39)

Von der Sache her kann ich diese Aufforderung sehr gut nachvollziehen. Nicht als Spott über Jesu scheinbare Hilflosigkeit, sondern als Anfrage an Gott. „Wenn du wirklich Gott bist, warum greifst du nicht ein? Warum siegt in unserer Welt so oft das Gottlose und Böse? Warum lässt du es zu, dass wir Menschen deine Schöpfung zu Grunde richten? Warum hilfst du nicht dir selbst und damit auch uns?“ Die Menschen damals dachten: Wenn jemand wirklich der Auserwählte Gottes ist, dann muss man doch auch was davon sehen. So ähnliche Gedanken kenne ich auch: Wenn du wirklich Gott bist, warum sehe ich dann so wenig davon?

Das Kreuz war damals eine Zumutung. Und es ist auch für mich eine Zumutung. Anstatt sichtbar und deutlich einzugreifen, mutet Gott uns zu darauf zu vertrauen, dass er gerade am Kreuz eingreift und uns mit der ganzen Schöpfung errettet. Sehen kann ich wenig davon. Ich kann nur darauf hoffen und vertrauen, dass es tatsächlich so ist.

| Bibeltext |

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