Lukas 22, 7-23 Mit dem Verräter am Tisch

Anders als bei Markus, weist Jesus erst am Ende des Mahles auf Judas als seinen Verräter hin. Damit wird bei ihm noch deutlicher als bei Markus, dass Judas beim letzten Abendmahl noch mit dabei war! Erst vor kurzem ist mir diese Ansicht begegnet, dass selbst Judas beim Abendmahl dabei sein durfte. Da dachte ich noch: „Komisch, das hab ich noch nie gehört. Ob das wirklich stimmt?“ Aber so wie Lukas das hier erzählt, muss es wohl so gewesen sein (zumindest nach der Ansicht des Lukas).

In so manchen Kirchen und Gemeinden ist das Verständnis vom Abendmahl ja recht eng. Nur die wahren Gläubigen, die bewusst eine Entscheidung für Jesus getroffen haben und vor Gott ein reines Gewissen haben, dürfen am Abendmahl teilnehmen. Eine Eliteveranstaltung. Jesus selbst trank damals sogar mit seinem Verräter aus demselben Kelch! Damit heißt Jesus die Tat des Judas keineswegs gut. Er verurteilt sie ausdrücklich in V.22. Aber er macht deutlich: „Auch die schlimmsten Sünder dürfen mit mir Mahlgemeinschaft haben. Es gibt keine Barrieren, die zuerst überwunden werden müssen, um an meinem Sterben für euch Anteil haben zu dürfen. Alle dürfen in meine Gemeinschaft kommen.“

Die Frage ist nicht, ob wir uns vorher verändern müssen, um Gemeinschaft mit Jesus haben zu dürfen. Sondern die Frage ist, ob wir uns durch die Gemeinschaft mit Jesus im Abendmahl verändern lassen. Bei Judas ist das leider nicht geschehen. Aber vielleicht geschieht es bei manch anderem, der in unseren Augen nicht würdig ist, das Abendmahl zu empfangen…

| Bibeltext |

Bewerte diesen Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.