Lukas 22, 31-38 Glaube und Bekehrung

Etwas seltsam ist diese Zusammenstellung: Jesus betet für Petrus, dass sein Glaube nicht aufhöre und dann spricht er davon, dass Petrus sich „dereinst“ bekehren wird. Nach unserer normalem Verständnis bekehrt man sich ja zuerst zu Jesus Christus und damit fängt man an, ein gläubiger Mensch zu sein. Aber die Bedeutung und der Zusammenhang zwischen Glaube und Bekehrung scheint wohl nicht immer so einfach unserer menschlichen Logik zu folgen. Petrus hatte schon Glauben, er vertraut auf Jesus, er ist sogar nach seiner eigenen Einschätzung bereit, mit Jesus in den Tod zu gehen (V.33). Aber das war wohl ein unvollständiger Glaube, der zuviel auf sich selbst und die eigene Kraft baut.

Erst nachdem Petrus an seinen eigenen Versprechungen gescheitert ist und Jesus verleugnet hat, konnte er erkennen, was Glaube wirklich ist (vielleicht spielt das Stichwort Bekehrung auf diese Erfahrung an). Glaube ist kein Vertrauen auf die eigene Glaubensstärke, sondern im Gegenteil: ein Erkennen der eigenen Schwachheit und ein Vertrauen auf Jesus allein. Selbst der Glaube eines Petrus ist abhängig von der Fürbitte Jesu. Wie viel mehr dann mein Glaube!

| Bibeltext |

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