Lukas 22, 1-6 Satanische Ausrede

Immer wieder neu unvorstellbar, wie ein Jünger Jesus, den er selbst für die Nachfolge ausgesucht hat, Jesus dem Tod preisgeben kann. Wie kann das passieren? Wie konnte sich Jesus so in Judas täuschen? Lukas kann sich das nur dadurch erklären, dass der Satan seine Hände im Spiel gehabt hat. Bei den Parallelstellen in Markus und Matthäus ist nicht vom Satan die Rede, Lukas fügt es also ganz bewusst als eigene Deutung ein. Diese Deutung erscheint mir auch logisch: Der Satan muss irgendetwas damit zu tun haben.

Als einzige und alleinige Erklärung ist es mir allerdings zu wenig. Denn dann hätte Judas eine feine Ausrede: Er konnte ja gar nicht anders. Es war ja nicht seine Schuld, sondern der Satan hat ihn missbraucht. Die Rede vom Satan kann auch zu einer recht einfachen und eindimensionalen Ausrede werden. Für mich hat auch Judas selbst etwas mit dem Verrat zu tun. Er ist dafür mitverantwortlich. Es ist nicht nur Schuld des Satans, sondern auch seine eigene Schuld. Und wenn wir das Neue Testament insgesamt anschauen, dann wird auch deutlich, dass Gott irgendwie etwas damit zu tun hatte. Es war ja sein Wille, dass Jesus ans Kreuz geht. Er hätte die Macht gehabt es zu verhindern. Es gibt also keine einfache und eindimensionale Erklärung für dieses unerklärliche Geschehen.

| Bibeltext |

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2 Gedanken zu „Lukas 22, 1-6 Satanische Ausrede“

  1. Wir haben in den letzten Tagen Ihre Impulse zu Lukas gelesen. Herzlichen Dank – die Art des Umgangs mit diesen Texten ist wirklich hilfreich.

    1. Vielen Dank für die Rückmeldung. Das freut mich immer wieder, wenn mein Geschreibsel nicht nur mir selbst hilft, meine Gedanken etwas zu ordnen, sondern auch anderen… 🙂

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