Lukas 20, 20-26 Eine ausweichende Politikerantwort?

Noch stärker als Markus betont Lukas, dass die Fragesteller Jesus reinlegen wollten. Im Hintergrund der Frage steht, wie man sich als frommer Jude gegenüber der römischen Besetzungsmacht verhalten sollte. Soll man dem römischen Kaiser Steuern bezahlen oder nicht? Wenn man keine Steuern bezahlt, dann bedeutet das Aufstand gegen Rom. So manche Juden (die sogenannten Zeloten) forderten das damals. Sagt Jesus nun ja, so kriegt er Ärger mit den Zeloten. Sagt er nein, dann können ihn seine Gegner an die Römer verpfeifen.

Jesus antwortet: „So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.“ Er lässt sich nicht auf diese Alternative ein, sondern gibt eine schlaue Antwort, mit der er den Kopf aus der Schlinge zieht. Aber ist das jetzt nur eine taktische Antwort, um ungeschoren davon zu kommen? Eine typische Politikerantwort, um der Frage auszuweichen und im Grunde um den heißen Brei herum zu reden?

Nein, es ist eine Antwort, die Jesus auch so meint. Unabhängig von der fiesen Fragestellung. Jesus macht damit deutlich, was für ihn im Zentrum steht. Es geht um Gottes Anspruch auf unser ganzes Leben. Wenn unser Leben ganz Gott gehört, dann kann der Kaiser ruhig unsere Steuern haben. Das heißt nicht, dass alle politischen Fragen unwichtig sind – aber sie betreffen nicht den Kern meines Gottesverhältnisses. Wie ich mein Leben aus diesem Kern heraus dann gestalte, das kann und muss durchaus auch politische Folgen haben.

| Bibeltext |

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