Lukas 11, 5-13 Ich will ja nicht unverschähmt sein

Ich merke bei mir selbst, dass mir dieser Vergleich etwas seltsam vorkommt: Wir sollen Gott mit unseren Gebeten bedrängen. Wir sollen so beten wie wenn jemand seinen Freund um Mitternacht aus dem Bett schmeisst und unbedingt drei Brote von ihm haben will. Selbst wenn der Freund nicht will, so wird er doch wegen des „unverschämten Drängens“ aufstehen und die Bitte erhören. Das heisst also, dass wir auch zu Gott mit unseren Bitten mit „unverschämten Drängen“ kommen sollen und ein „Nein“ nicht akzeptieren sollen, sondern weiter an Gottes Tür klopfen sollen.

Ich will aber vor Gott gar nicht unverschämt sein. Ich will ihn nicht drängen. Ich will ihn nicht zu etwas überreden, was er gar nicht will. Er kennt mich doch durch und durch. Er weiss doch was ich brauche und er weiss besser als ich, was gut für mich ist. Jesus selbst sagt doch in der Bergpredigt, dass wir uns keine Sorgen um unser irdisches Wohlergehen machen soll, denn “ euer himmlischer Vater weiss, dass ihr all dessen bedürft.“ (Mt.6,32) Jesus selbst sagt doch, dass wir im Gebet „nicht viel plappern“ (Mt.6,7)  sollen und meinen wir werden erhört, wenn wir viele Worte machen.

Ja, das gilt alles und ist alles richtig. Aber das ist ja eigentlich ein grosses Wunder und Vorrecht, dass wir trotzdem auch mit „unverschämten Drängen“ zu Gott kommen dürfen. Wir dürfen unser Herz ausschütten und ihm sagen, was wir brauchen. Er wird schon wissen, wie er damit umzugehen hat…

| Bibeltext |

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