Lukas 11, 37-52 Kern und Schale

Ganz schön hart, wie Jesus hier die Pharisäer und Schriftgelehrte kritisiert. Da kann man verstehen, dass viele von ihnen nicht gut auf Jesus zu sprechen waren. Ich frag mich bei diesem Text, wer heute die Pharisäer und Schriftgelehrten sein könnten? Die Pharisäer waren Laien, denen der Glaube und die Bibel besonders am Herz lagen. In ihren Reihen gab es auch viele Schriftgelehrte, also Menschen, die sich besonders intensiv mit der Bibel auseinandersetzten. Wenn dir also der Glaube und die Bibel wichtig ist – so wie mir – dann stehst du wie ich in der Gefahr zum Pharisäer zu werden!

Jesus kritisiert hier nicht die Lehren der Pharisäer, sondern ihr Tun und ihre innere Einstellung. Das Richtige lehren und das Richtige tun sind zwei verschiedene Paar Stiefel. Er kritisiert auch eine falsche Schwerpunktsetzung. Die Pharisäer sind so mit der Oberfläche ihres Glaubens beschäftigt, dass sie den Kern gar nicht mehr sehen. In V.42 kritisiert er z.B. dass die Pharisäer sich im Kleinsten genau an den Zehnten halten, aber im Großen am Recht und der Liebe vorbei gehen. Damit will er nicht sagen, dass wir keinen Zehnten geben sollen. Nein, er betont: „Dies sollte man tun und jenes nicht lassen.“ Beides ist gut und richtig – aber die äußerliche Gebotserfüllung darf nie zum Kern des Glaubens werden.

Wichtig ist auch für uns heute zu unterscheiden, was der Kern unseres Glaubens ist und was Auswirkungen unseres Glaubens sind. Der Kern ist für Jesus das Recht und die Liebe. Wenn das nicht mehr stimmt, dann bringen auch an sich richtige äußerliche Zeichen unseres Glaubens nicht viel. Wenn der Kern verfault ist, dann bringt auch eine schöne Schale nicht viel.

| Bibeltext |

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