Leere Geschäftigkeit

Gestern war ich bei einem ökumensichen Gottesdienst zum Jahresabschluss dabei. Beim Segen sprach der katholische Pfarrer unter anderem davon, dass Gott bei uns ist in unserer „leeren Geschäftigkeit“. Dieser Ausdruck hat mich sofort angesprochen und berührt. Ja, so vieles in unserem Leben ist „leere Geschäftigkeit“. Es gibt so viel zu tun und so viel Stress in unserer Welt – aber ist nicht vieles davon „leere Geschäftigkeit“? Besonders in unserer multimedialen und vernetzten Welt, in der tausende von Reizen auf uns einströmen und um unsere Aufmerksamkeit buhlen: wir sind ständig beschäftigt und in Eile – aber muss das wirklich alles sein?

Ich merke das bei mir selbst immer wieder: wenn man viel am Computer arbeitet und ständig online ist, dann passiert es schnell, dass man den ganzen Tag beschäftigt ist und sich am Ende fragt: was hab ich eigentlich gemacht? Aber auch sonst gestalten wir doch unser Leben oft so, dass wir immer was zu tun haben wollen. Langeweile ist uncool und wir wollen ja auf oft verzweifelte Weise entweder unsere Zeit sinnvoll nutzen oder uns auf entspannende Weise vom Stress erholen und abschalten. Natürlich jammern wir alle über den Stress und darüber, dass so viel auf uns einströmt – aber fliehen wir nicht auch oft, bewusst oder unbewusst, in „leere Geschäftigkeit“ weil wir in Wahrheit Angst vor der Ruhe und Stille haben?

Ach ja: Wünsch natürlich auch noch allen Lesern ein gutes und gesegnetes neues Jahr! Ich wünsche Euch für 2012 viel Weisheit, um zu unterscheiden, was wirklich notwendig und gut für Euch und andere ist und was nur „leere Geschäftigkeit“ ist. 🙂

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