Lakeland – Differenzierungen

Ich hab bei Tino einen sehr guten und gelassenen Artikel zur Erweckungsbewegung in Lakeland gelesen. Er beschreibt nüchtern und nachvollziehbar, was dort geschieht.

Wie bei allen Kirchen, christlichen Gemeinschaften und Strömungen, ist auch dort Göttliches, Menschliches und auch Dämonisches miteinander vermischt. Hey, wir alle leben in einer gefallenen Welt, keiner von uns ist perfekt, Todd Bentley nicht, seine Befürworter nicht und auch seine Kritiker nicht. Für die Anhänger ist es natürlich schwer im Überschwang der Euphorie über diese „Erweckung“ dieses Gemisch differenziert zu sehen. Und die Gegner lassen sich natürlich provozieren und schießen mit scharfen Geschossen zurück. Aber so einfach ist es nun mal nicht: Entweder alles ganz toll und 100% reiner Heiliger Geist oder alles ganz schlecht und 100% menschlich oder sogar dämonisch. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.

Zu den Befürwortern: Es ist toll, dass viele durch Lakeland ganz neu im Glauben gestärkt werden, dass sie Gottes Gegenwart erleben und Heil und Heilung finden. Aber deswegen muss man sich trotzdem bei manchen Aussagen und Handlungen Todd Bentleys fragen, ob das so okay ist. Wenn ich die ganzen abstrusen Engelserfahrungen höre (klingt alles sehr esoterisch), wenn ich sehe wie alles auf Heilung und Wunder ausgerichtet ist und wenn ich manche seltsame Anweisung Gottes an ihn höre (z.B. einer Frau ins Gesicht zu schlagen) dann komme ich schon ins Grübeln. Dass Gott uns Leben in Fülle schenken will und uns heil machen will ist die eine Seite. In der Bibel wird aber immer wieder auch deutlich, dass wir auch mit dem gekreuzigten Christus zu leiden haben und eben nicht immer alles paletti ist. Ganz abgesehen davon finde ich den Stil von Todd Bentley (wie er sich auf der Bühne gibt und wie er mit Menschen umgeht) einfach nur abstoßend (aber da kann man ja anderer Meinung sein…)

Zu den Gegnern: Natürlich gibt es vieles an Todd Bentley, was man von der Bibel her hinterfragen muss und es  steht bei ihm nicht immer Jesus im Mittelpunkt. Aber bei welchem Prediger ist das schon anders? Ganz sicher wird sich im Himmel auch der biblischste Prediger an die Stirn schlagen und sich fragen: Wie konnte ich damals nur diese oder jene Aussage machen? Und auch bei mir steht oft nicht Jesus im Mittelpunkt, sondern ich selbst. Aber ist deswegen alles was ich sage und tue dämonisch? Und ehrlich: Manche Argumente gegen Todd Bentley sind einfach nur schwach: Da werden einzelne Sachen heraus gepickt und darauf hingewiesen, dass das nicht in der Bibel vorkommt und deswegen unbiblisch ist. Aber hallo?!? Ich schreib hier gerade auf einem Computer – der kommt auch nicht in der Bibel vor! Also ganz schlecht und dämonisch?!? Mit solch einem Argument kann ich fast alles als unbiblisch erklären…

So sitze ich wieder mal zwischen den Stühlen und fühle mich dabei nicht unbedingt glücklich. Aber ich merke, dass ich es mir nicht so einfach machen kann und nur auf der einen oder anderen Seite mitzuschreien… Ein Stück weit gilt für mich zu Todd Bentley Phil. 1,18: Solange es um Christus geht – preist den Herrn! Aber das heißt auch darauf zu achten, dass es wirklich um diesen Christus geht!

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