Kolosser 3, 1-4 Die verborgene Vollendung

Zwei Kapitel lang wird im Kolosserbrief Jesus Christus und seine Tat für uns Menschen so groß gemacht, wie es nur geht. Man hat den Eindruck, dass Jesus Christus schon alles getan hat: in ihm wohnt alle Fülle, er hat alles mit Gott versöhnt, er hat Frieden gemacht durch sein Blut (1,19f), durch ihn sind wir den Mächten der Welt gestorben (2,20) und durch ihn sind wir auferstanden in der Kraft Gottes (2,12). Was soll da noch kommen? Es ist doch schon alles geschehen? Wer könnte sich anmaßen, diesem Heilswerk Jesu Christi noch etwas hinzufügen zu wollen?

Aber trotzdem folgen auch im Kolosserbrief nun Ermahnungen an die Leser. Auch wenn Christus eigentlich schon alles erledigt hat, haben wir es nötig, uns ermahnen zu lassen. Gerade weil Christus alles für uns getan hat, sollen wir uns an ihm allein ausrichten und orientieren. Sein allumfassendes Werk soll uns nicht in die Gleichgültigkeit führen, sondern anspornen, dass wir das was wir in Christus schon sind, auch zu leben.

Zusammenfassend formuliert: „Trachtet nach dem, droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist.“ (V.3) Denn Jesus Christus hat zwar alles schon getan, aber noch ist unser neues Leben „verborgen mit Christus in Gott“ (V.3). Es ist alles schon vollbracht, aber es ist noch nicht offenbar. In der Zwischenzeit müssen auch wir uns immer wieder neu an diesem verborgenen neuen Leben ausrichten. Wir müssen immer wieder neu nach dem, was droben ist, trachten und uns nicht wieder gefangen nehmen lassen von irdischen Dingen.

| Bibeltext |

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