Kohelet 6, 1-12 Düster, düster!

Kohelet spricht von Reichtum, Kindersegen und einem langen Leben. Nach der damaligen Vorstellung war all dies ein deutliches Zeichen für ein gesegnetes Leben. Aber er stellt fest: All das bringt auch nichts, wenn man dabei nicht glücklich ist, wenn Gott es nicht schenkt, dass man es genießen kann. Was ist die Konsequenz? Es lohnt sich nicht nach solch irdischen Gütern zu streben, es kommt ja doch nur darauf an, dass Gott einem Glück schenkt. Aber auch das kann man ja nicht erzwingen, das ist für Kohelet ein freies Geschenk Gottes. Was bleibt dann? Schicksalsergebenheit in das was kommt oder was nicht kommt? Wenn man Glück hat, kann man sein Leben ein bisschen genießen, wenn man Pech hat, dann wäre es besser eine Fehlgeburt gewesen zu sein (V.3)?

Gottes Wort hin, Gottes Wort her – das ist mir doch ein wenig zu düster! Ich kann Kohelet nicht lesen, ohne das Neue Testament im Hinterkopf. Kohelet geht davon aus, dass nach dem Tod alles aus ist. Ich gehe davon aus, dass nach dem Tod etwas ganz Neues beginnt. In manchen Dingen korrigiert sich die Schrift auch selbst und wir müssen manche Texte im Gesamtzusammenhang der Bibel in einem anderen Licht lesen, als sie ursprünglich gedacht waren. Das heißt nicht, dass wir leichtfertig alle düsteren, unbequemen und schwierig zu verstehende Texte aus der Bibel streichen sollen. Aber es bedeutet für mich z.B. solch einen Text im Licht von Ostern zu lesen. Und in diesem Licht wird eben deutlich, dass das Glück oder Unglück in diesem Leben nicht das letzte Wort ist.

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Ein Gedanke zu „Kohelet 6, 1-12 Düster, düster!“

  1. Ich lese auch gerade den Prediger und er hat mir noch nie gefallen. Schon vor vielen Jahren, als ich das Buch das erste Mal las, konnte ich mit den Aussagen nichts anfangen. Ich verstand nicht, warum so etwas in der Bibel stand. Heute, gegründet im Neuen Testament, weiss ich die Gedanken aus der Sicht Jesu richtig einzuordnen. Deswegen ist es wichtig die ganze Schrif zu kennen, damit man nicht an Einzelaussagen scheitert. Liebe Grüße lothar

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