Kohelet 5, 9-19 Körnchen des Glücks

„Wer Geld liebt, wird vom Geld niemals satt, und wer Reichtum liebt, wird keinen Nutzen davon haben.“ (V.9) Zack! Das sitzt! Recht hat er! Und wie! Bis heute! Mehr denn je! Das Gute bei Kohelet ist, dass er nicht einfach ein Polemisierer ist, der mit extremen, vereinfachenden und platten Positionen alles niedermäht. Er sagt nämlich nicht, dass man nur ohne Geld glücklich werden kann, dass das Kapital abgeschafft werden sollte, dass man nur richtig glücklich wird, wenn man von der Luft und der Liebe lebt: „Denn wenn Gott einem Menschen Reichtum und Güter gibt und lässt ihn davon essen und trinken und sein Teil nehmen und fröhlich sein bei seinem Mühen, so ist das eine Gottesgabe.“ (V.18)

Also: Reichtum lieben? Nein! Davon wirst du niemals satt. Du willst immer mehr und wirst immer hungriger dabei! Aber: Reichtum genießen? Ja! Als Gabe Gottes, als Geschenk. Die Kunst ist, mit „seinem Teil“ zufrieden zu sein und sich darüber zu freuen, anstatt immer von der Sehnsucht nach dem Ganzen getrieben zu sein. Das Ganze, die Fülle des Lebens, der Reichtum des völligen Friedens und Glücks, den kriegst du hier auf Erden nie zu fassen. Darum genieße die Körnchen des Glücks, die Gott dir jetzt schon schenkt!

| Bibeltext |

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