Kohelet 2, 12-23 Düstere Gedanken

Jetzt wird’s so langsam deprimierend: Nachdem der Prediger festgestellt hat, dass Geld und Macht nicht glücklich macht, wendet er sich nun der Weisheit zu. Er stellt zwar fest, dass Weisheit besser ist als Torheit (V.13), aber letztendlich bringt auch die Weisheit nichts Bleibendes. „Darum verdross es mich zu leben, denn es war mir zuwider, was unter der Sonne geschieht, dass alles eitel ist und Haschen nach Wind.“ (V.17)

Unglaublich, dass solche düstere Überlegungen in der Bibel stehen! Dass Egozentrik, Geldgier und Vergnügungssucht nicht im Sinne der Bibel sind, das dürfte auch jedem Atheisten klar sein. Dass aber auch die Weisheit so kritisch gesehen wird, das ist gewagt. In anderen Teilen der Bibel wird die Weisheit sehr positiv dargestellt. In Sprüche 8,22-31 spricht z.B. die personifizierte Weisheit davon, dass sie das erste Geschöpf Gottes sei, ja dass sie sogar von Gott geboren sei (Spr. 8,24)!

Selbst das Streben nach dieser göttlichen Weisheit ist für den Prediger letztendlich belanglos und unwichtig. Die Volxbibel bringt dies sehr drastisch, aber durchaus treffend, auf den Punkt: „Nichts hat wirklich Bedeutung im Leben, es ist so, als würdest du versuchen einen Furz einzufangen.“ (V.17) Luther drückt es etwas vornehmer aus: Alles ist „ein Haschen nach Wind.“ Mal sehen, ob der Prediger aus diesen düsteren Gedanken noch irgendwie heraus kommt, ob er doch noch irgendeinen Sinn im Leben findet…

| Bibeltext |

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