Juli Zeh: Schilf

Zeh: SchilfKrimis sind eigentlich nicht mein Ding. Aber dieser Roman hat es mir dann doch angetan. Es ist eine ziemlich abstruse Geschichte um eine Männerfreundschaft zwischen zwei hochbegabten Physikern. Die Krimielemente reichen von Kindesentführung, über Mord bis hin zu einem todkranken und skurrilen Polizeikommissar. Daneben geht es aber um Quantenphysik, Paralleluniversen und die Frage nach unserer Wirklichkeit. Einmal kräftig geschüttelt und heraus kommt ein ungewöhnlicher Kriminalroman.

So manche Kritiker finden das Plot zu konstruiert, die Figuren zu schematisch und den ganzen Roman zu überambitioniert. Mich hat das wenig gestört. Denn der Roman ist in einer wunderbaren Sprache geschrieben und spannend zu lesen. Es ist klar, dass die Autorin hier keinen möglichst realitätsnahen Fall schildern will, sondern das Krimigenre benutzt, um über unser Wirklichkeitsverständnis zu philosophieren. Ich finde das ist ihr gelungen. Und es ist ja kein Fehler, wenn man dabei noch gut unterhalten wird.

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