Josua 9 Gibeonitische Hinterlist

Nachdem die Israeliten im letzten Kapitel die Bewohner von Ai mit einem Hinterhalt überlistet hatten, werden sie nun selbst herein gelegt. Die Gibeoniter spielen ihnen vor, von weit her zu kommen und wollen einen Bund mit ihnen schließen. Josua schließt einen Friedensbund mit ihnen und erst danach merken die Israeliten, dass die Gibeoniter ganz in der Nähe zu Hause sind. Ich mag das, dass die Bibel so unspektakulär auch von den weniger rühmlichen Erfahrungen schreibt. An dieser Stelle spürt man fast schon ein Augenzwinkern der Schreiber: Schaut her, auch die Bewohner von Kanaan sind auch nicht auf den Kopf gefallen und wenn Israel sie überlistet, dann können sie es auf ähnliche Weise zurück zahlen.

Was mir aufgefallen ist bei dieser Geschichte ist, dass die Israeliten sich trotz der List der Gibeoniter an ihren Bund halten. Als sie bemerken, dass sie herein gelegt wurden, halten sie sich trotzdem an die Abmachung – denn sie haben den Bund mit den Gibeoniter im Namen Gottes geschworen. Unser heutiges Rechtsempfinden würde sagen: An einen Vertrag, der unter unlauteren Bedingungen zustande kam, bin ich nicht gebunden. Aber die Israeliten haben im Namen Gottes geschworen und sie haben solch große Ehrfurcht vor Gott, dass sie es nicht wagen, dieses Versprechen vor Gott wieder zurück zu nehmen. Es zählt nicht mein menschliches Rechtsempfinden, sondern es zählt mein Versprechen gegenüber Gott!

| Bibeltext |

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