Josua 22 Ein missverstandener Altar

Ein seltsames Kapitel. Zuerst werden die Stämme Ruben und Gad und der halbe Stamm Manasse überschwänglich von Josua gelobt, weil sie den anderen Stämmen geholfen haben, das Land zu erobern: „Ihr habt alles gehalten, was euch Mose, der Knecht des Herrn, geboten hat, und habt gehorcht meiner Stimme in allem, was ich euch geboten habe.“ (V.2) Und kurz darauf will Josua mit der ganzen Gemeinde Israel gegen diese Stämme in den Krieg ziehen (V.12). Was ist passiert?

Bei ihrer Rückkehr ins Ostjordanland haben die zweieinhalb Stämme einen Altar am Jordan gebaut. Das wurde von den anderen Stämmen offensichtlich als Verrat an dem einen Gott gedeutet (der nur an einem gemeinsamen Ort verehrt werden soll). Die zweieinhalb Stämme erklären daraufhin, dass der Altar nicht zum Opfer dienen soll, sondern als „Zeuge“, dass sie zusammen mit den anderen Stämmen Gott dienen wollen. Durch diese Erklärung herrscht dann wieder Frieden.

Erschreckend und traurig, wie schnell das Vertrauen zwischen Menschen zerbrechen kann.Da haben die zweieinhalb Stämme ihr Leben riskiert, um ihren Brüdern bei der Eroberung des Landes zu helfen und werden dafür ausdrücklich gelobt. Aber kurz darauf kommt es durch ein Missverständnis fast zum Krieg! Aber das ist ja bis heute so: ein kleines Missverständnis reicht aus, um eine scheinbar heile Gemeinschaft an den Abgrund zu führen. Damals wie heute ist wichtig: den anderen anhören und seine Beweggründe nachvollziehen.

| Bibeltext |

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