Johannes 7, 31-39 Nix kapiert und trotzdem wahr

Wieder mal solch ein für das Johannesevangelium typisches Missverständnis zwischen Jesus und seinen Zuhörern. Jesus redet davon, dass er bald weggehen wird und wir Menschen ihm dorthin nicht folgen können. Der Leser weiß aus seiner nachösterlichen Perspektive, dass damit Jesu Rückkehr zum Vater nach Kreuz und Auferstehung gemeint sein muss. Aber die Zuhörer auf der Textebene haben natürlich keine Ahnung wovon Jesus spricht.

Johannes treibt dieses Missverständnis hier sogar noch auf die Spitze, indem er den Vermutungen der Zuhörer noch einen unbewusst wahren Kern unterschiebt. Denn sie fragen sich: „Will er zu denen gehen, die in der Zerstreuung unter den Griechen wohnen, und die Griechen lehren?“ (V.35) Das ist auf der Textebene zunächst einmal eine völlig falsche Vermutung: Jesus will nicht ins Ausland fliehen und dort predigen. Aber im übertragenen Sinn ist es dann doch wieder richtig. Denn nach der Rückkehr zum Vater wird Jesus durch seine Jünger die Griechen (damit ist die nichtjüdische Welt gemeint) lehren.

Ich hab so manches mal auch keinen Plan von Jesus und es gibt bestimmt vieles, was ich in der Bibel nicht richtig verstehe. Ich hoffe dass Gott auch bei mir – trotz und in meinen Missverständnissen – etwas Wahres und Bleibendes bewirken kann…

| Bibeltext |

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