Johannes 6, 41-47 Das Ziehen des Vaters

Jesus scheint mal wieder an den Leuten vorbei zu reden. Die Zuhörer sind ganz einfach überfordert mit Jesu Aussagen und fragen, wie dieser Mann zu solchen Aussagen kommt – sie kennen ihn doch von klein auf, sie kennen doch seine Eltern. Er ist doch ganz offensichtlich nicht vom Himmel gekommen, sondern auf Erden geboren, wie jeder andere Mensch auch. Jesus geht auf diese Einwände gar nicht ein, sondern beschäftigt sich auf hoch theologischer Ebene mit der Frage nach Glaube und Unglaube: Glaube braucht als Voraussetzung ein Wirken des Vaters (V.44: „Es kann niemand zu mir kommen, es sei denn, ihn ziehe der Vater“). Hilft das den zweifelnden Zuhörern? Das klingt eher danach, als ob bei ihnen sowieso schon alles zu spät ist.

Kann man damit auch heute noch den Unglauben erklären? Es gibt halt manche Menschen, die vom Vater gezogen werden und andere nicht – die haben dann Pech? Gerade weil im Johannesevangelium die Hoheit und Göttlichkeit Jesu so hervorgehoben wird, wird es umso unverständlicher, dass Menschen nicht zum Glauben an ihn finden. Solche Gespräche wie diese reflektieren dieses Unverständnis. Es bleibt immer wieder ein unverfügbares Wunder, wenn ein Mensch zum Glauben an Jesus Christus findet. Und doch sind auch die Leser des Johannesevangeliums zum Glauben aufgerufen. „Sie werden alle von Gott gelehrt sein“ (V.45). Jeder hat die Chance zum Glauben.

| Bibeltext |

Bewerte diesen Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.