Johannes 5, 31-47 Die Schrift als Zeugnis von Christus

Ich finden in diesem Abschnitt vor allem Jesu Aussagen zur Schrift interessant. Das ist ja bis heute eine spannende und durchaus kontrovers diskutierte Frage: In welchem Sinn ist die Bibel Gottes Wort? Jesus sagt hier auf jeden Fall ganz deutlich, dass die Schrift allein nicht zum ewigen Leben führt: „Ihr sucht in der Schrift, denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben darin; und sie ist’s, die von mir zeugt.“ (V.39) Da sind also Menschen, für die ist die Schrift Gottes Wort und sie suchen das darin das ewige Leben – aber sie finden es nicht. Denn nicht die Schrift gibt ewiges Leben, sondern der von dem sie zeugt. Nach Jesus ist die Hauptaufgabe der Schrift also das Zeugnis von ihm selbst.

Ich finde das eine sehr gute Beschreibung. Die Schrift ist nicht an sich ein heiliger Text, der auf magische Weise zum Leben führt. Gott ist nicht in der Schrift zur Welt gekommen, sondern im Menschen Jesus Christus (ganz deutlich sagt das ja Johannes zu Beginn seines Evangeliums: Das Wort ward Fleisch – eben nicht im Buchstaben, sondern in der Person Jesu Christi). Die Schrift hat nicht an sich Autorität, sondern nur weil sie die entscheidende Autorität bezeugt: Jesus Christus. Damit ist beides festgehalten: Auf der einen Seite die Wertschätzung und Kostbarkeit der Bibel – denn sie ist das wesentliche und deutlichste Zeugnis von Jesus Christus. Zum anderen ist es aber auch eine Relativierung gegenüber einer falsch verstandenen Vergöttlichung der Bibel – sie ist nicht das Eigentliche, sondern nur ein Zeugnis vom Eigentlichen.

| Bibeltext |

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