Johannes 4, 43-54 Wunderglauben

Das Verhältnis von Glaube und Wundern scheint schon für Jesus nicht ganz einfach gewesen zu sein. Er beklagt sich über seine Zeitgenossen: „Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht.“ (V.48) Hier wird deutlich, dass das Entscheidende nicht die Zeichen und Wunder sind, sondern der Glaube. Wenn ein Mensch körperlich gesund wird, dann ist das schön. Es ist ein Zeichen für Gottes heilschaffende Macht. Aber wenn ein Mensch zum Glauben kommt, dann ist das das Entscheidende um das es Jesus geht.

Aber trotz seiner Klage über Wundergläubigkeit tut er ein weiteres Wunder und heilt den Sohn des Mannes aus der Ferne. Und Johannes bestätigt ausdrücklich, dass dies dann positive Auswirkungen auch für den Glauben der Beteiligten hat: „Und er glaubte mit seinem ganzen Hause.“ (V.53) Also ist es doch gut, dass dieses Wunder zum Glauben führte?! Zu beachten ist allerdings, dass der Glaube des Mannes schon vorher da war: „Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin.“ (V.50) Schon bevor er das Wunder sieht, vertraut er auf das Wort Jesu. Das ist echter Glaube: Vertrauen, schon bevor ich etwas sehe.

Außerdem bezeichnet Johannes dieses Wunder ausdrücklich als Zeichen. Ein Zeichen ist immer etwas, das auf etwas anderes verweist. Ein Zeichen ist nicht das Eigentliche, sondern ein Hinweis auf das Eigentliche. Wunder sind nicht das Eigentliche, sondern sie verweisen auf Gott und seine heilschaffende Macht. Wenn es nur um das Zeichen geht und nur das Zeichen Glauben weckt, dann ist etwas schief. Der Glaube bezieht sich nämlich auf Gott, bzw. Jesus und sein Wort, nicht auf das Zeichen.

| Bibeltext |

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