Johannes 4, 1-42 – Gott braucht dich!

Beeindruckend, wie Klaus Douglass immer wieder aus diesen bekannten Texten, welche ich schon oft gehört und gelesen habe, doch immer wieder neue und überraschende Gedanken heraus filtert. Er nimmt bei seiner Betrachtung der Texte oft eine ungewöhnliche Perspektive ein und macht die Texte somit auch für langjährige Christen wieder ganz neu lebendig.

Was mich heute richtig ins Nachdenken und Staunen bringt, sind seine Gedanken zu der Aufforderung Jesu an die Frau am Jakobsbrunnen: „Gib mir zu trinken“ (V.7). Da liest man leicht drüber weg. Aber Douglass beobachtet zurecht, dass hier eigentlich ein sehr seltsames Gottesbild deutlich wird. Ein Gott, der müde und erschöpft am Brunnenrand sitzt und der eine einfache Frau bittet, ihm zu trinken zu geben. Douglass schreibt dazu: „Christen glauben an einen durstigen Gott! […] Ein atemberaubender Gedanke: Könnte es sein, dass der Sohn des lebendigen Gottes, ja dass Gott selbst einen Durst hat, den nur ich auf Erden zu stillen vermag?“ ( S.228 )

Ich denke das stimmt: Gott hat einen Durst, eine Sehnsucht, ein Verlangen nach mir. Und dieses Verlangen kann nur ich stillen. Und zwar indem ich mich ihm öffne, indem ich mich ihm zuwende, indem ich ihm vertraue. Es gibt auch heute noch viel zu viele Menschen, die sich unnütz und überflüssig vorkommen. „Niemand braucht mich!“ – Doch! Gott braucht dich! Er hat einen Durst, den nur du stillen kannst!

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