Johannes 3, 31-36 Ewiges Leben haben

Auch das kommt bei Johannes öfters vor: man weiß bei diesem Abschnitt nicht genau, wer hier eigentlich spricht. Rein von der Erzähllogik her spricht hier noch Johannes der Täufer. Aber vom Thema und vom Stil her, knüpft der Abschnitt eher an Joh. 3,13-21 an. Im Grunde ist es eine weiterführende Aussage auf die Vers 11-12. Jesus kommt vom Himmel und redet von himmlischen Dingen. Doch viele Menschen verstehen ihn nicht.

Ich denke, dass im Johannesevangelium die Grenzen zwischen den Aussagen verschiedener Personen oft fließend sind. Es kommt ihm nicht so sehr darauf an wer spricht (der irdische Jesus, der auferstandene Jesus, der Schreiber des Evangeliums oder wie hier Johannes der Täufer), sondern es kommt auf die Aussage an. Das Johannesevangelium bringt in seinen Geschichten und Dialogen sehr viel tief reflektierte Theologie unter. Es geht nicht in erster Linie um einen historischen Bericht, sondern um ein Reden Gottes in die Gegenwart des Lesers.

Auch typisch für Johannes wird in diesem Abschnitt die Gegenwart des Heils betont: „Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben“ (V.36). Das ewige Leben fängt nicht erst im Jenseits an, sondern es fängt in Jesus an. Wer ihm vertraut, der hat jetzt schon Anteil am ewigen Leben – und das gilt auch für uns heute noch, die wir an den auferstandenen Jesus glauben. So sehr mir das theologisch einleuchtet, so schwer fällt es mir doch oft, das mit meiner Lebensrealität in Einklang zu bringen. Sicher, der Glaube gibt mir Halt, Trost und Mut. Aber mein Glaubensalltag scheint insgesamt doch sehr weit weg zu sein von dem, wie ich mir die Ewigkeit in der Nähe Gottes vorstelle.

| Bibeltext |

Bewerte diesen Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.